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Kolumne: Die verzweifelte Klopapier-Jagd

von Portrait von Alexander Kappen Alexander Kappen
Veröffentlicht am 4. Mai 2020

In Zeiten von Corona ist der Hygiene Bereich in fast jedem Supermarkt wie leer gefegt. Es fehlen Klopapier und Taschentücher…

Früher war alles im Überfluss vorhanden. Im Supermarkt stand man vor den Produkten und musste aus mehreren Angeboten auswählen. Das ist in Zeiten von Corona anders geworden. Oma und Opa kennen das noch aus Kriegszeiten. Die heutige Generation hat es nun in der Corona Krise kennengelernt: Nudeln, Klopapier, Tempotaschentücher, Desinfektionsmittel und Masken sind begehrt und rar.

Nudeln waren noch zu erhaschen – in Restbeständen. Tempos gab es nach einigen Tagen Warten dann auch, aber Klopapier das war schon schwieriger. Dass das Klopapier nirgendwo mehr zu bekommen war, das fand der Stadtmagazin Reporter erst witzig. Dann aber nicht mehr. Es wurde sein Jagdtrieb geweckt. „Das kann doch nicht sein, dass ich da nicht rankomme“, dachte er sich und war entschlossen, Einsatz zu zeigen. „Der Lkw bringt regelmäßig Nachschub, die Leute warten aber morgens um 7 Uhr auf ihn. Innerhalb kürzester Zeit kaufen sie dann alles weg“, berichtete ihm eine Supermarkt-Kassiererin. „Man bekommt einfach kein Klopapier, da kann man nichts machen“, sagte sie ihm noch. Das wollte er aber so nicht akzeptieren.
In fünf weiteren Supermärkten, die der Reporter anschließend aufsuchte das gleiche Bild: Nicht mal mehr eine Klopapier-Rolle oder Tempo-Taschen-tuchpackung war zu entdecken. Auch im Internet war der Reporter nicht erfolgreicher: Überall der rote Schriftzug: Artikel ausverkauft!
Dann das Erfolgserlebnis: 5 Rollen Klopapier bei einem Unternehmen aus dem Osten der Republik bestellt. Mit Auftragsbestätigung! „Jawoll, geschafft“, jubelte der Reporter bereits. Aber irgendwie dachte er sich auch „So einfach kann es doch nicht gehen“, und er sollte rechtbehalten: Nach drei Tagen dann kurz vor der Lieferung: Die Stornierung der Bestellung per mail… Verdammt! Dachte sich der Stadtmagazin Reporter.

Beim Besuch seines Stamm-Supermarktes dann der Hinweis der Filialleiterin: Morgen kommt eine LKW mit Klopapier. „Zwischen 12 und 2 Uhr“, so die Aussage der Chefin. Pünktlich um 12 Uhr wartete der Reporter dann im Bäckereibereich des Marktes. Bei Kaffee und Schoko-Schweinsohren musste er dann eine Stunde warten, bis es hieß: Der Wagen ist da! Mehrere Kunden warteten schon. Aja die Konkurrenz, dachte sich der Reporter und ging in Startposition. Ein Wettlauf um Klopapier, das hätte wohl vor Monaten noch niemand für möglich gehalten. Rund 30 Leute „prügelten“ sich um die Klopapierpackungen. „Für jeden nur 2 Packungen“, so die Ansage der Filialleiterin. Mit zwei Packungen, also 20 Klopapier-Rollen ging der Reporter dann erschöpft aber zufrieden nachhause…