Internationales Literaturfestival Berlin mit China-Regimekritiker Liao Yiwu

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 23. August 2013

Liao Yuwi, Exil-Berliner und China-Regimekritiker, eröffnet das 13. internationale Literaturfestival Berlin (ilb) am Sonntagabend im Haus der Berliner Festspiele. Vom 4. bis zum 15. September kommen insgesamt 164 Autorinnen und Autoren aus 47 Ländern für zehn Tage in Berlin zusammen. Genau dieser literarisch-politische Austausch von Schreibern aus der ganzen Welt war und ist das Ziel des ilb, wobei Neuentdeckungen und anerkannten Größen gleichermaßen Beachtung geschenkt werden soll.

Liao Yuwi wurde 1958 in der westchinesischen Provinz Sichuan geboren. Er wuchs ohne Vater auf, da dieser im Laufe der Kulturrevolution in China gefangengenommen wurde. In den 1980er Jahren entwickelte sich Yuwi zu einem anerkannten Avantgarde-Dichter in China. Seine Regimekritik brachte ihm dort allerdings ein Veröffentlichungsverbot ein und zwang ihn letztendlich dazu das Land zu verlassen. Durch Beiträge im Berliner Magazin „Lettre International“ und schließlich mit dem Sammelwerk von Interviews mit Menschen aus untersten sozialen Schichten in China „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten“ erlangte er auch hier in Deutschland Bekanntheit. 2011 wurde er mit dem Geschwister-Scholl-Preis und 2012 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Am 25. August stellt er sein aktuelles Buch „Die Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch“ bei der Eröffnung des internationalen Literaturfestivals in Berlin vor.

Die walisisch-ägyptische Journalistin Shereen El Feki ("Sex und die Zitadelle"), der pakistanische Journalist Ahmed Rashid ("Taliban"), der niederländische Autor Geert Mak ("In Europa") und der spanische Jurist Carlos Castresana-Fernandez bilden eine Gruppe von weiteren politisch aktiven Figuren auf dem diesjährigen Festival.

Internationales Literaturfestival Berlin mit China-Regimekritiker Liao Yiwu

Neben Politik gibt es weitere inhaltliche Schwerpunkte, so spielt die literarische Auseinandersetzung mit dem „Altern“ eine Rolle. Die Reihe „Weltweisheit – Kulturen des Alterns“ stellt zehnt verschiedene Methoden aus unterschiedlichen Kulturen vor, wie dort mit grauem Haar, Rückenschmerzen - und vielem mehr was das Alter so mit sich bringt - umgegangen wird.

Desweiteren gibt es Beiträge in diversen medialen Formen, zum Beispiel Dokumentarfilme, Tanzperformances, Graphic Novels und sogar Computerspiele werden thematisiert.

Wie immer kommen auch Kinder und Jugendliche im Programm nicht zu kurz und dürfen sich auf spannende Lesungen, Theateraufführungen und Workshops freuen.