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Der Wunsch nach dem Eigenheim - 9 Regeln für die perfekte Baufinanzierung

von Portrait von Arzu A. Kayvani Arzu A. Kayvani
Veröffentlicht am 11. Februar 2019

Das eigene Heim ist mit Sicherheit eines der größten Projekte, an das man als Privatperson denken kann. Aufgrund des hohen Kapitalbedarfs ist dies meistens ohne ein Darlehen von der Bank oder einem anderen Kreditgeber kaum zu bewältigen. Aber gerade deshalb gibt es einige Punkte, die man beachten sollten. Insbesondere der Vergleich von Finanzierungsangeboten ist maßgeblich, um das richtige Angebot für die Baufinanzierung zu finden. Durch einen Vergleich lässt sich über lange Zeit nämlich viel Geld einsparen.

Dabei hat man so einige Möglichkeiten, eine Finanzierung zu konstellieren. Diese Gestaltungsmöglichkeiten sind sehr komplex und sollten wohlüberlegt sein - schließlich bindet man sich für viele Jahre an den Darlehensgeber.

Mit den 9 Regeln von LOYALE FINANZ kann man Problemen jedoch vorbeugen und ganz ohne Probleme zur eigenen Immobilie kommen. Dabei sollte man aber nicht nur auf den Zinssatz achten, sondern möglichst viele Variationen vergleichen, bis das perfekte Angebot gefunden wird. 

 

Regel 1: Gute Beratung ist entscheidend

Auch wenn man heutzutage viele Informationen im Internet erhält, ist eine persönliche Beratung unverzichtbar. Gerade bei so einem komplexen Thema wie der Baufinanzierung, wo es um viel Geld geht, sollte die Fachberatung nicht ausgelassen werden. Es eignet sich dennoch, sich eigenständig zu informieren, damit man die Grundlagen einer Baufinanzierung auch versteht und weiß, worauf zu achten ist.

Man hat auch die Möglichkeit, mit verschiedenen Rechnern die persönlichen Zinsen online zu ermitteln. Diese dienen dann zur eigenen Orientierung. Die Konditionen der Banken für eine Baufinanzierung unterscheiden sich mitunter stark. Deshalb sollte man genauer hinschauen und einen Vergleich heranziehen. Dafür kann man sich an einen Finanzierungsvermittler wenden, der für einen die Konditionen vergleicht. Die Beratung ist dabei meistens kostenlos.

 

Regel 2: Zinsen vergleichen

Die meisten Menschen haben eine Hausbank, die als erster Ansprechpartner dient. Steht dann die Finanzierung einer Immobilie an, ist es üblich, diese auch über die Hausbank durchzuführen. Obwohl man einen guten Kontakt zu seinem Berater hat, sollte man die Angebote miteinander vergleichen. Letzten Endes steht auch bei der Hausbank der Abschluss einer Baufinanzierung im Vordergrund. Nachdem man einen ausführlichen Vergleich durchgeführt hat, kann man das Angebot der Hausbank besser einschätzen und das beste Angebot wählen. 

Beim Vergleich dient der Zinssatz meist als erster Indikator. Man sollte jedoch zusätzlich auf Daten wie Tilgung oder Zinsbindung achten, da diese den Zins zusätzlich beeinflussen. Wenn man die günstigsten Konditionen finden möchte, macht es am meisten Sinn, die selben Eckdaten (zum Beispiel: Darlehenssumme, Tilgung, Zinsbindung, Eigenkapital und Immobilie) für einen Vergleich heranzuziehen. 

In der Regel sollte man auf den effektiven Jahreszins achten. Hier werden nämlich die zusätzlichen Kosten für das Darlehen mit eingerechnet. Da die Berechnung des effektiven Jahreszinses sich jedoch auf die gesamte Laufzeit und nicht nur auf die Zinsbindung bezieht, kann dieser verfälscht sein. Die Bank muss für den Zeitraum nach der Zinsbindung mit einem geschätzten Zinssatz rechnen. So kann es vorkommen, dass der effektive Jahreszins geringer ausfällt als der Sollzins, obwohl dieser alle Kosten enthält. Aus diesem Grund sollte man auch immer den Sollzins im Auge behalten und darauf achten, dass diese nicht ganz so weit voneinander abweichen. 

Wird auf einen Vergleich der Baufinanzierung verzichtet, kommt dies natürlich der Hausbank zu Gute. Das kann über die Gesamtlaufzeit jedoch einige tausend Euro an zusätzlichen Zinskosten ausmachen. Aufgrund der hohen Darlehenssumme macht ein geringer Zinsunterschied in den Nachkommastellen schon eine Menge aus. 

 

Ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung:

 

Darlehen 1

Darlehenssumme: 250.000 Euro

Sollzins: 1,45 %

Tilgung: 3%

Monatliche Rate: 927,08 Euro

Zinskosten nach 15 Jahren: 41.337,35 Euro

 

Darlehen 2

Darlehenssumme: 250.000 Euro

Sollzins: 1,90 %

Tilgung: 3%

Monatliche Rate: 1.020,83 Euro

Zinskosten nach 15 Jahren: 53.764,21 Euro

 

Bei diesem Vergleich würden man also 12.426,86 Euro über die ersten 15 Jahre sparen. Man könnte die eingesparten Zinsen auch in eine höheren Tilgung investieren. Dadurch reduziert sich die Laufzeit und gleichzeitig noch einmal die Zinskosten. Die Zinsen kann man mit verschiedenen Zinsrechnern vergleichen, um einen ersten Anhaltspunkt zu bekommen.

 

Regel 3: Die optimale Tilgung wählen

Die anfängliche Tilgung sagt aus, wie schnell man das Darlehen zurückführt. Je höher die Tilgung ist, desto schneller ist das Darlehen abgezahlt. Gleichzeitig steigt aber auch die monatliche Rate, wenn eine hohe Tilgung gewählt wird. Neben der Gesamtlaufzeit werden auch die Zinskosten durch eine hohe Tilgung reduziert. Man sollte allerdings darauf achten, dass die monatliche Rate noch tragbar sind. Einige Banken bieten auch einen Tilgungssatzwechsel während der Zinsbindung an. Wenn also finanziell schwierige Zeiten anfallen oder eine Lohnerhöhung kommt, kann man den Tilgungssatz nach oben oder unten anpassen. 

 

Regel 4: Die richtige Zinsbindung wählen

Mit der Zinsbindung kann man entscheiden, wie lange man sich die Zinsen sichern will. Geht man davon aus, dass der Zinssatz weiter fällt, macht es Sinn eine kurze Zinsbindung zu wählen. Geht man jedoch davon aus, dass die Zinsen steigen werden, ist es besser eine lange Zinsbindung zu wählen. Dabei kann man in der Regel eine Zinsbindung von 5 bis 30 Jahren wählen. Bei den meisten Menschen kommt es also vor, dass sie nach der Zinsbindung eine Anschlussfinanzierung benötigen. Nach der Zinsbindung werden die Zinsen neu vereinbart. Denkbar wäre auch, die Bank zu wechseln, wenn man ein günstigeres Angebot findet.

Gerade in einer Niedrigzinsphase sollte man eine längere Zinsbindung wählen, damit man sich die günstigen Zinsen auch für die Zukunft sichert. Wenn man sich unsicher ist, kann es auch Sinn machen, das Darlehen aufzuteilen. So hat man zwei Darlehen mit unterschiedlichen Zinsbindungsfristen. 

Um die passende Zinsbindung zu finden, ist eine gute Abwägung der eigenen Bedürfnisse durch einen Berater gefragt. Tipp: Nach 10 Jahren hat man ein Recht auf Sonderkündigung, wenn das Darlehen länger laufen würde. Dabei muss mane nur die sechsmonatige Kündigungsfrist einhalten. Das kann Sinn machen, wenn man hohen Zinssatz hat und das Zinsniveau niedrig ist.

 

Regel 5: Sondertilgung

Wenn man etwas Geld über hat, ist es sinnvoll, dieses in die Tilgung der Baufinanzierung zu investieren. Dadurch reduziert sich nicht die monatliche Rate, sondern die Gesamtlaufzeit und die Zinskosten. Eine Sondertilgung ist bei den meisten Banken bis zu fünf Prozent möglich, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.  

 

Regel 6: Nebenkosten beachten

Zu einer guten Planung gehört es auch, weitere Kosten zu berücksichtigen. Zu diesen Nebenkosten zählen unter anderem Notar- und Grundbuchkosten, Grunderwerbsteuer und Maklercourtage, die auf den Kaufpreis der Immobilie anfallen. Beim Bau beziehen sich diese Kosten lediglich auf die Grundstückskosten. Dafür kommen jedoch noch weitere Nebenkosten, wie zum Beispiel die Kosten für die Baugenehmigung hinzu. Wie hoch die Nebenkosten genau ausfallen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Nebenkosten können zwischen 10 und 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen.

 

Regel 7: Eigenkapital einbringen

Auch wenn eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital möglich ist, Eigenkapital in die Finanzierung empfehlenswert. Zumindest sollten  die Nebenkosten aus eigenen Mitteln getragen werden. Ohne Eigenkapital verteuert sich der Zinssatz, was zu höheren Kosten führt und mit einem zusätzlichen Risiko verbunden ist. Bei einer Vollfinanzierung erhöht sich die Rate zum einen durch den Zinssatz und zum anderen durch die höhere Darlehenssumme. Deshalb setzt eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital meistens hohe monatliche Einnahmen voraus.

 

Regel 8: Staatliche Förderungen nutzen

Der Staat unterstützt den Kauf oder Bau von Wohneigentum durch zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse. Bei der KfW hat man in der Regel auch die Möglichkeit, eine tilgungsfreie Phase zu bekommen. Somit wäre die finanzielle Belastung zu Beginn nicht ganz so hoch. 

Je nach Vorhaben gibt es verschiedene KfW-Programme, die man für sich nutzen kann. Man kann auch verschiedene Programme miteinander kombinieren und profitiert gleich doppelt von den günstigen Zinsen.

 

Regel 9: Auf dem Laufenden bleiben

Die Baufinanzierung läuft in den meisten Fällen über viele Jahre. Gerade für die Anschlussfinanzierung sollte man immer das aktuelle Zinsniveau im Auge behalten. Läuft die erste Zinsbindung aus, heißt es, die Konditionen neu zu verhandeln. Dabei hat man die Wahl, ob man bei der bisherigen Bank bleiben oder zu einer neuen Bank wechseln möchte.

Eine Immobilienfinanzierung sollte gut geplant und wohl überlegt sein. Damit sich keine Fehler einschleichen, ist es sinnvoll, sich dazu beraten zu lassen. Idealerweise läßt man sich von einem unabhängigen Berater alle Möglichkeiten aufzeigen. Dieser vergleicht alle relevanten Anbieter und findet das beste.