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CBD drängt auf den deutschen Markt

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 4. August 2020

Der Ruf eilt CBD voraus und viele Prominente und Influencer schwören auf die heilsame Wirkung! Was ist dran am Hype um rauschfreie Cannabisprodukte?

Wird Cannabis gesellschaftskonform?

Was hat es mit dem neuen Hype um CBD Öle auf sich?

CBD (Cannabidiol) als Extrakt der Hanfpflanze ohne psychoaktive Wirkung findet großen Anklang und erfreut sich in immer mehr Ländern steigender Beliebtheit. In den USA werden inzwischen vor allem in der Lifestyle-Gastronomie CBD Kaffees angeboten und Cocktails mit Cannabinoiden sind in Hollywood der letzte Schrei. CBD wird Gummibärchen, Eis, Cremes und Massageölen beigesetzt und sogar Coca-Cola denkt über die Entwicklung eines CBD Getränkes nach.

Auch in Deutschland strebt die Kurve der Verkaufszahlen von Produkten wie CBD ÖL von Candropharm steil gen Norden! Doch was kann CBD und wie sieht die rechtliche Situation hierzulande aus? Wird CBD doch oft mit THC (Tetrahydrocannabiol) in einen Topf geworfen, welches auf der Liste der verbotenen Substanzen steht.

CBD hat zahlreiche positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus

Der hohe Wert des Hanfs als Nutzpflanze wurde in vorchristlicher Zeit entdeckt.  Stoffe und Speiseöle aus Hanf kannten schon die Chinesen um 2500 v. Chr. und in Indien fanden die Essenzen früh Einzug in die Heilmedizin Ayurveda. Aufgrund der berauschenden Wirkung des THCs gelangte die Pflanze in Verruf, und so ist es an der Zeit, dass sie diesen in Form von CBD widerlegt. CBD wird aus den Blättern und Blüten der weiblichen Pflanze gewonnen. Diese haben einen geringen Anteil an THC und einen hohen CBD Gehalt, was mit den Normen des EU-Rechts konform geht. Der Wirkstoff ist in Form von Kapseln, Öl, Cremes, Kristallen und Tropfen auf dem Markt, wobei Öl die stärksten Zahlen in Anbetracht des Umsatzes und Wirkungsgrades vorweist.

Passionierte Nutzer schwören auf die entspannende und entzündungshemmende Wirkungsweise und Studien haben gezeigt, dass vor allem mit Öl Fortschritte in der Schmerztherapie zu verzeichnen sind. Aber das kleine Wundermittel kann noch mehr. Es hat die Eigenschaften, bei Kindern die Schwere und Häufigkeit von epileptischen Anfällen zu reduzieren. Parkinson-Patienten berichten von einer signifikant gestiegenen Lebensqualität nach regelmäßiger Einnahme. CBD werden anti-psychotische Eigenschaften zugesprochen. So kann es zur Behandlung gegen Schizophrenie eingesetzt werden und wirkt unterstützend bei übermäßigen Angstzuständen und Depressionen. Als Creme aufgetragen lindert sie die Beschwerden von schwerer Akne.

Neueste Studien, die aber noch nicht das Stadium der Tierversuche in Gänze absolviert haben, gehen davon aus, das mit CBD Produkten der Wuchs von Krebszellen eingedämmt werden kann.

Rechtliche Situation in Deutschland

Diese ist aus verschiedenen Gründen leider etwas unübersichtlich und noch nicht abschließend geklärt. Europäisches und nationales Recht laufen nicht immer simultan und bei der Auslegung der Richtlinien reden die Länder ein Wörtchen mit. Zudem erschweren Regelungen zur Darreichungsform klare Aussagen. Grundsätzlich gilt, dass der Besitz von CBD Produkten mit einem Gehalt von weniger als 0,2 Prozent legal ist. Außerdem müssen die Produkte aus Ländern der Europäischen Union mit zertifiziertem Saatgut stammen. Dies gilt allerdings nicht für Blätter und Kraut. Unverarbeitete Cannabisprodukte fallen nämlich unter das Betäubungsmittelgesetz und sind damit illegal, unabhängig vom Rauscheffekt. In anderen der oben beschriebenen Darreichungsformen zählt CBD als Nahrungsergänzungsmittel und ist frei verkäuflich. Allerdings dürfen die Produkte laut Heilmittelwerbegesetz nicht hinsichtlich ihrer Heilkraft beworben werden.

Aufgrund der boomenden Nachfrage wurden auch die Pharmaindustrie und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf CBD aufmerksam und streckten alsbald ihre Fühler aus. Somit drohen hohe bürokratische Hürden in Form von langwierigen Zulassungsverfahren, sollten CBD Produkte als Novel Food oder als Arzneimittel deklariert werden. Als Medizin wäre CBD verschreibungspflichtig und für den freien Handel verloren. Einen Teilerfolg erzielten die Vertreiber im März 2020 vor der Europäischen Kommission. CBD-haltige Produkte können nicht pauschal den zulassungspflichtigen Novel Foods zugerechnet werden und sind somit frei verkäuflich. Hinsichtlich der Klassifizierung als Medikament ist zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließende Erklärung erfolgt.

Klare Regelungen erwünscht

Die unsichere Lage lässt viele Verbraucher vor dem Kauf zurückschrecken. Die Einnahme der meisten der CBD-haltigen Substanzen ist zwar erlaubt. Dies wird allerdings von den öffentlichen Stellen nur unzureichend publiziert. Zwar sind viele Langzeitstudien bezüglich der Gesundheitsgefährdung der rauschfreien Cannabisprodukte noch nicht abgeschlossen, bei natürlichen Mitteln in homöopathischen Dosen sind gesundheitliche Einschränkungen aber eher nicht zu erwarten. Man wünscht sich, dass die verfahrene Situation eine schnelle Regelung findet. Die Betroffenen, denen CBD-Produkte Linderung verschaffen, werden es allen, die an den Entscheidungsprozessen beteiligt sind, danken.