Nada-Video: Mädchen aus dem Jemen als Propaganda von George W. Bush Anhängern?

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 25. Juli 2013

Das Video der elfjährigen Nada aus dem Jemen kursiert seit dem 8. Juli im Internet und wurde bereits von einem Millionenpublikum auf YouTube angeschaut. Nada wehrt sich gegen eine arrangierte Zwangsheirat ihrer Eltern, die sie einem erwachsenen Mann versprochen hatten. Kritik wird laut, dass die Organisation "Memri" Videos manipuliert haben könne oder zumindest häufig Neutralität vermissen lasse.

Wie die Süddeutsche berichtet, sitzen im Beirat von "Memri" (The Middle East Media Research Institute) Männer, die eng mit George W. Bush und seiner Kriegsführung vertraut waren:

"Männer wie Paul Bremer, 2003 Zivilverwalter des Irak, Bushs einstiger Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, der neokonservative Publizist Norman Podhoretz sowie der ehemalige NSA- und CIA-Chef General Michael Hayden."

Der Artikel problematisiert die versteckte Propaganda des Internetzeitalters. Einerseits ist die korrekte Übersetzung für die meisten Menschen schwer überprüfbar, des Weiteren sei die Auswahl der hochgeladenen Videos immer auch eine Stellungnahme.

Nada-Video: Mädchen aus dem Jemen als Propaganda von George W. Bush Anhängern?

Laut Süddeutsche funktioniere die Propaganda heutzutage nicht mehr "mit Lügen und Behauptungen". "Memri" kreiert durch die Auswahl der Videos ein vollständig negatives Bild der Welt des Nahen Ostens, das durch eine eurozentrische bzw. amerikanische Perspektive geprägt ist.

Dennoch sind Geschehnisse wie Kindesmissbrauch nicht zu verharmlosen und ohne Frage zu verurteilen und zu verhindern. Mädchen wie Nada sollten nicht gezwungen sein minderjährig verheiratet zu werden. Eltern sollten ihren Kindern ein gutes Umfeld und mehr Zeit zum aufwachsen geben. Selbstmord als einziger Ausweg aus häuslicher Gewalt und Missbrauch – wie es laut Nada ihrer 14-jährigen Tante widerfuhr – ist schrecklich und sollte erst gar nicht ins Auge gefasst werden müssen. Frauen sollten im Jemen akzeptiert und wie selbstständige Menschen behandelt werden.

Es wäre schön, wenn "Memri" nicht nur zeigen würde wie grausam es im Nahen Osten ist und wie furchtbar und kriminell alle Menschen dort sind, sondern auch versuchen würde die Ursachen zu bekämpfen und Einheimische bei der Findung von Lösungen unterstützen würde. Natürlich ist dies einfacher gesagt, als getan.