Placebo ehrlich wie nie? "Loud Like Love" siebtes Studioalbum: CD Release

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 12. September 2013

Placebo, die erfolgreichste britische Alternative-Rock-Band der letzten beiden Dekaden, veröffentlicht ihr siebtes Studioalbum "Loud Like Love" bei Universal Music. Außerdem gibt es am 16. September "Loud Like Love TV" live auf YouTube zu sehen. Brian Molko, Stefan Olsdal und Steve Forrest machen weiterhin kühle Gitarrenmusik mit durchdringendem leicht schrill-neon-farbenem Gesang, des nicht altern-wollenden Frontmanns. Die erste Single „Too Many Friends“ diskutiert das Zeitalter des Social Media Networkings, in dem man zu viele 'Cyber-Freunde' hat, aber vielleicht niemanden der tatsächlich da ist? Molko schreibt gewohnt gern über zwischenmenschliche Probleme.

Besonders ehrlich sei er auf diesem Album gewesen, behauptet Brian Molko, der nach fast zwanzig Jahren Bandgeschichte immer noch nicht müde, aber etwas bescheidener ist als zu Beginn der Karriere Placebos:

„Als wir Placebo gründeten, fühlten wir uns unbesiegbar. Die Sonne schien mir aus dem Arsch, wir waren jung und dachten, wir sind die absolut Besten. Mit der Zeit ist dieses Gefühl jedoch vermehrt dem Bewusstsein gewichen, dass ich sehr wohl verwundbar bin, und als Beweis dafür gibt es nun ’Loud Like Love’. Ich glaube, ich war noch nie in meinem Leben so ehrlich wie auf diesem Album.“

-- Hier geht es zu den Placebo Tourdaten --

Das Album wurde von Adam Noble (Coldplay, Paul McCartney) Produziert und in London aufgenommen. Anders als zum Beispiel die Babyshambles brauchten Placebo für ihr neues Album fast ein ganzes Jahr. Brian Molko ist ein Perfektionist, den auch die Details interessieren. "Loud Like Love" - Was bedeutet das eigentlich genau? Wieso ist Liebe überhaupt laut? Oder steht laut als Synonym für intensiv? Der Song "A Million Pieces" ist jedenfalls eher leise, wiederholt und schüchtern, während "Scene Of The Crime" inklusive Händeklatschen schneller wird und mit  mehr Beats überzeugt. "A Million Pieces" wirkt eher wie schon 'a million times' gehört. "Loud Like Love" fordert da den Körper schon mehr zum Mitgehen auf:

Zur möglichen Inspiration nahm er das Album „In Rainbows“ von Radiohead intensiv unter die Lupe. Er wollte etwas schaffen, was langzeitig wichtig ist und nicht bloß so viele Songs wie möglich enthält. Gerade beim siebten Album kann es ja mal vorkommen, dass man sich wiederholt. Laut Molko ist das neue Album intim wie nie zuvor. Der Sound der ersten Single „Too Many Friends“ ähnelt aber doch stark seinen Vorgängern. Immerhin haben Placebo einen enormen Wiedererkennungswert. Melancholisch und bedacht kommt die Single über soziale Beziehungen daher.

Was das Album sonst noch so bringt? Wir können es ab morgen im Handel erstehen. Angeblich enthält „Loud Like Love“ Brian Molkos nach eigenen Worten bisher besten Song den er je geschrieben hat, es ist Track Nummer 10 „Bosco“. Der Titel handelt von einer Beziehung die auf Grund von Alkohol und Drogenmissbrauch zu Grunde geht.