Hungrig - die Babyshambles sind zurück mit: "Sequel To The Prequel"

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 30. August 2013

Pete Doherty hat immer noch Hunger, Hunger Musik zu machen und zwar mit seinen lang nicht gesehenen aber nie vergessenen Bandkollegen der Babyshambles. Das Produkt ist in Watte gepackter, vielseitiger Garagenrock begleitet von Dohertys mit Leben getränkter Stimme. Heute erscheint nach sechs Jahren das dritte Studioalbum, die Fortsetzung der Vorschau „Sequel To The Prequel“ bei Warner Music.

Gemeinsam mit ihrem gut vertrauten Produzenten Stephen Street (Blur, Kaiser Chiefs, The Smiths) haben Pete Doherty, Mick Whitnall, Drew Mc Connel und Danny Goffey zwölf tolle neue Songs in Indie-Punk-Garage-Tradition plus persönlicher Doherty-Manier aufgenommen. Dazu reisten die drei Londoner der chaotischen Babies zu Pete - oder wie er jetzt häufig erwachsener genannt wird - Peter, nach Paris. Das Album wurde blitzschnell aufgenommen, als hätten alle nur darauf gewartet endlich wieder den Kreativitäts-Hahn der Babyshambles aufzudrehen.

Die Tür für alle langzeit Babyshambles-Fans wird gleich zu Beginn der Platte weit aufgerissen, „Fireman“ kommt 'straight-in-the-face' um die Ecke, kurz, laut mit Gegröhle knüpft der Song an „Fuck Forever“ - Stimmungen an. Gleich danach folgt die erste Single des Albums „Nothing Comes To Nothing“, sanfte Melodien mit Trallalla-Faktor. Etwas überraschender sind die Tracks „Sequel To The Prequel“ und „Dr. No“.

Der Namensgeber des Albums sprüht Gassenhauer-Charme vereint mit sorglosem Klavier und der Leichtigkeit der Goldenen Zwanziger. „Dr. No“ überzeugt durch einen mitreißenden Up-Beat Rhythmus, der schon bald die Frequenz des eigenen Herzschlags bestimmt. Doherty kreiert hier eine seichte, mysteriöse Atmosphäre mit Unheil verkündender Mundharmonika:

„There are Sharks in the Water and the Water is deep.“

Spiralförmig entwickelt sich „Dr. No“ zum perfekten Ohrwurm, der sich zwar wiederholt, aber nie langweilig wird und am besten gar nicht mehr aufhören sollte!

„Sequel To The Prequel“ macht Spaß und lässt angestauten Groll auf Pete Doherty und seinen nachlässigen Umgang mit den Fans (geplatzte Konzerte, ewiges Warten auf neue Musik und Ähnliches) verschwinden. Schön, dass es die Babyshambles noch beziehungsweise wieder gibt. Zum Glück hat Doherty in den letzten Jahren etwas realisiert:

„Mir ist klar geworden, dass ich immer noch diesen Hunger in mir habe. Kein Hunger auf Essen, damit das mal klar ist. Ein Hunger, Mitglied in dieser Band zu sein. Das ist ein wichtiger Teil von mir – erst dieses Album hat mich wieder daran erinnert... Und nicht zuletzt hat dieses Album die restliche Band endlich mal nach Paris geführt“

Das gesamte Album könnt ihr euch im Stream auf Soundcloud anhören. Noch ein interessanter Fakt am Rande: Für das Albumcover und das Layout der Single "Nothing Comes To Nothing" ist der berühmte britische Künstler Damien Hirst persönlich verantwortlich.