Zum Tod des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt und was mit seiner Sammlung geschehen wird

von Portrait von Susanna Salber Susanna Salber
Veröffentlicht am 10. Mai 2014

Der Kunstsammler Cornelius Gurlitt verstarb am Vormittag des 6. Mais in seiner Schwabinger Wohnung im Alter von 81 Jahren. Der seit Jahren herzkranke Gurlitt unterzog sich vor einiger Zeit einer Herzoperation, von der er sich nicht erholte. Seine Gemälde vermacht er dem Kunstmuseum in Bern. Er verstarb, ohne seine Sammlung nochmal gesehen zu haben.

Der Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt führte ein extrem zurückgezogenes Leben. Die große Kunstsammlung seines Vaters galt als verbrannt, bis im Februar 2012 Strafverfolger über 1200 Kunstwerke in Cornelius Gurlitts Schwabinger Wohnung fanden.

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Ursprünglich wurde seine Wohnung in Folge eines Steuerstrafverfahrens durchsucht. Unter den Werken fand man bis dato vollkommen unbekannte Werke von Picasso, Chagall und Matisse, aber auch verloren geglaubte Kunstwerke. Der Wert der Sammlung gab unzähligen Spekulationen Raum.

Der Fund und mit ihm der Hüter des Schatzes Cornelius Gurlitt wurden erst 2013 bekannt. Die Kunstsammlung wurde von der Staatsanwaltschaft Augsburg beschlagnahmt. Wenige Wochen vor seinem Tod fasste Gurlitt eine Vereinbarung mit dem Land Bayern und der Bundesregierung. Die Kunstwerke, die sich als Raubkunst erwiesen, wollte er den rechtmäßigen Erben zurückgeben. Die Beschlagnahmung wurde daraufhin aufgehoben. Bis Ende des Jahres sollte die Herkunft der Bilder geklärt werden. Gurlitt selbst sah seine Sammlung nicht mehr. Seit Ende 2013 befand sich Gurlitt unter amtlicher Betreuung. Laut seinem Testament vererbt er seine Bilder dem Kunstmuseum Bern.

Die Nachricht sei "wie ein Blitz aus heiterem Himmel" eingeschlagen, da zuvor keinerlei Kontakt mit Gurlitt bestanden habe, heißt es in der Erklärung des Berner Museums (tagesschau.de). Der Stiftungsrat und die Direktion seien "dankbar und freudig überrascht", hätten doch "zu keiner Zeit irgendwelche Beziehungen zwischen Herrn Gurlitt und dem Kunstmuseum Bern" bestanden. Man wolle "aber auch nicht verhehlen, dass das großartige Vermächtnis eine erhebliche Verantwortung und eine Fülle schwierigster Fragen aufbürdet, Fragen insbesondere rechtlicher und ethischer Natur". Doch bis zur endgültigen Klärung der Besitzverhältnisse bleibt unklar, welche Kunstwerke tatsächlich das Museum erreichen werden.

Das Museum verfügt über eine große Sammlung von Bildern der klassischen Moderne. In einem Interview Ende 2013sagter er dem Spiegel: „Mehr als meine Bilder habe ich nichts geliebt in meinem Leben.“