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Der 1. FC Köln hat sich erfolgreich gegen den DFL-Einstieg von Investoren positioniert

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 16. März 2024

Der Einstieg von Investoren in den deutschen Fußball ist seit Jahren ein Thema, das die Emotionen bei Fans hochkochen lässt. Im Mai 2023 entschied sich eine ausreichende Anzahl von Klubs gegen einen Einstieg, doch das Thema war damit bisher nicht erledigt. In einem zweiten Anlauf stimmte eine knappe Mehrheit zu, doch die dafür notwendige Zweidrittel-Mehrheit war nur sehr knapp zustande gekommen. Jetzt wurde der Beschluss im dritten Anlauf erfolgreich gekippt.

Maßgeblich mit dabei war auch der 1. FC Köln. Er forderte angesichts des knappen Ergebnisses eine erneute Abstimmung. Hauptsächlich deshalb, weil der Geschäftsführer von Hannover 96 bei der vorherigen Abstimmung wohl gegen eine Weisung des eigenen Vereins verstoßen habe und für den Investoreneinstieg abstimmte. In einem Brief an die Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga gab der 1. FC Köln zu bedenken, dass der gültige Beschluss auf einem sehr wackeligen Fundament stehe und forderte Rechtssicherheit ein. Doch wie sich jetzt zeigte, wurde damit der Druck von den Vereinen und den Fans einfach zu groß.

Obwohl man noch kurz zuvor auf einer Fortführung der Investorensuche beharrt hatte, gab das Präsidium der DFL jetzt klein bei. Die Suche nach Investoren wird vorerst nicht mehr fortgesetzt. Trotz dieses Erfolgs hat der 1. FC Köln aktuell jedoch andere Sorgen. Er kämpft um den Verbleib in der Königsklasse des deutschen Fußballs.

Langsam wird die Zeit knapp

Während es für den 1. FC Köln in der Deutschen Fußball-Bundesliga nicht besonders gut läuft, hoffen die Fans, dass es dem Klub doch noch gelingt, den Klassenerhalt zu schaffen. Aktuell befindet sich der Verein auf dem Relegationsplatz mit einem deutlichem Rückstand von derzeit sieben Zählern zum rettenden Platz 15 in der Tabelle. Doch die Entscheidung darüber, wer in der nächsten Saison in der zweiten Bundesliga spielen wird, ist noch lange nicht gefallen.

Fast die gesamte untere Hälfte der Tabelle kann sich bislang nicht in Sicherheit wiegen. In den restlichen Begegnungen dieser Spielzeit sind noch viele Punkte zu gewinnen und zu verlieren. Das könnte auf ein spannendes Saisonfinale hinauslaufen. Das würde zwar die Sportwetten-Anbieter freuen, die bei ihren Wetten von einer Entscheidung in letzter Sekunde profitieren, doch die Fans weniger. Glaubt man den Buchmachern, fällt die Entscheidung über den neuen Meister ohnehin nur noch zwischen Bayern München und Bayern Leverkusen. Doch am Ende der Tabelle könnte es ganz knapp werden.

Gaben die Fans den Ausschlag?

Doch davon abgesehen stieß man in Köln in das gleiche Horn wie schon zuvor der VfB Stuttgart, Hansa Rostock und Karlsruhe SC. Das ist erstaunlich, schließlich hatten sich diese Vereine in der Abstimmung für einen Einstieg von Investoren in die Deutsche Fußball-Bundesliga ausgesprochen. Doch auch die Gegner, wie Union Berlin, Hertha BSC und Eintracht Braunschweig zeigten sich unzufrieden. Sie alle wollten eine klare Entscheidung und eine Klärung der offenen Fragen rund um die Abstimmung des Geschäftsführers von Hannover 96. Schließlich hätte diese eine Stimme das Ergebnis zum Kippen bringen können.

Doch auch die Befürworter ließen nicht locker. Sie sahen die Entscheidung bereits gefallen und pochten darauf, dass die Gegner den demokratisch gefassten Beschluss akzeptieren. Doch sie alle hatten scheinbar die Macht und das Durchhaltevermögen der deutschen Fußballfans unterschätzt.

Diese organisierten umfangreiche Proteste, die nicht nur die Spieltage an ihre Grenzen brachen, sondern auch für ein Umdenken sorgten. So wurde beispielsweise beim Spiel des VfL Bochum gegen den FC Bayern München das Spiel 13 Minuten lang unterbrochen, weil die Fußball-Anhänger Tennisbälle auf den Rasen geworfen hatten. Trotz aller Beschwichtigungsversuche gingen die Proteste so lange weiter, bis die Anhänger ihr Ziel erreicht hatten. Schon in der Vergangenheit hatte sich die Deutsche Fußball-Liga nicht gescheut, zu gesellschaftlich kontroversiellen Themen klar Stellung zu beziehen. Doch dieses Mal bissen die Funktionäre auf Granit. Es spricht für sie, dass sie den Weckruf gehört haben.

Spieler und Trainer sind genervt

Längst hatten sich auch Spieler und Trainer genervt von den Spielunterbrechungen und anhaltenden Protesten gezeigt. Sie forderten eine rasche Lösung der Situation, da kam die Initiative des 1. FC Köln gerade recht. Die erhoffte gütliche Lösung ist eingetroffen, jetzt sollte wieder Ruhe in die deutschen Ligen einkehren.

Die letzten Wochen haben gezeigt, wie hart Diskussionen im deutschen Fußball ausgetragen werden können. Das Ergebnis beweist allerdings neuerlich, welchen Stellenwert die Fans haben und welche Macht sie ausüben können.