Editors zurück aus der Krise: Konzert-Livestream, Album-Prelistening und Interview

von Portrait von Bettina Pielka Bettina Pielka
Veröffentlicht am 25. Juni 2013

Die britische Indie-Rock-Band Editors bringt am Freitag (VÖ: 28.06) ihr neues Album „The Weight Of Your Love“ raus. Vier Tage vor der Veröffentlichung konnten Fans das ausverkaufte Konzert der Band im Berliner Posthof mitverfolgen und zugleich in das neue Album hineinhören. Denn tape.tv hatte gestern Abend ab 21 Uhr ein Konzert-Livestream sowie ein Album-Prelistening organisiert.

Pünktlich zum neuen Album gaben die Editors dem Magazin „Visions“ ein Interview über vergangene frustrierende Jahre, wie sie sich aus der Krise gespielt haben, und wer leider auf der Strecke blieb. Wir geben euch eine Kurzzusammenfassung des Interviews.

2003 gründeten die Studenten Tom Smith, Chris Urbanowicz, Russell Leetch und Ed Lay die Band, zuerst unter dem Namen Pilot. Der bisher letzte Coup der Editors ist ihr Album „In This Light And On This Evening“ (VÖ: 2009). Für Urbanowicz ist Schluss, der lieber in die elektronische Richtung geht. Die Band beschloss wieder eine Rockplatte aufzunehmen. Als sich die Band im Birminghamer Proberaum trifft, ist niemand zufrieden mit den ersten Aufnahmen. Schnell macht sich Frustration und Lustlosigkeit breit.

Chris hat die Band nicht auf eigenen Wunsch verlassen? „Ja“ sagt Ed Lay. Es gab keinen Weg zwischen seinen und den Vorstellungen der anderen. Zu unflexibel sei der Gitarrist gewesen. Er habe, so Lay, eher engstirnige Vorstellungen davon gehabt, wie die Songs klingen sollten. Das Verhältnis belastete die ganze Band.

Wie hat Chris auf den Rauswurf reagiert? Er habe sich zivilisiert verhalten, so Lay, jedoch große Danksagungen für die vergangenen Jahre durfte man nicht erwarten. Glücklich habe ihn die Entscheidung sicherlich nicht gemacht. „Ehrlich gesagt, haben wir ihm keine Chance gegeben, mit uns darüber zu diskutieren“, sagt Lay ganz offen.

Smith wirft hinterher, dass es zwar eine egoistische, jedoch die richtige Entscheidung für die Band war. Sonst würde es die Editors heute nicht mehr geben. Ein kleines Trauma wird Smith wohl davontragen, schließlich waren alle mal Freunde. „Vier Freunde von der Uni, die gemeinsam die Welt erobern wollten.“

Heute sind Gitarrist Justin Lockey und Keyboarder Elliott Williams dabei. Am 1. Juli 2012 trat die Band erstmals beim Rock Werchter als Quintett auf. Während der Show wurde klar, dass die Band auch ohne Chris funktioniert. Der neu gefundene Enthusiasmus ist nun auf dem neuen Album zu hören. Einziger Ausreißer auf der Platte könnte wohl „What Is This Thing Called Love“ sein, mit Streicher-Intro und absolut schnulzig. Doch ein Reinfall sollte der Song nach Smiths Meinung nicht werden.