Rosenjahre - Jasmin Tabatabais Familie zwischen Persien und Deutschland

von Portrait von Arzu A. Kayvani Arzu A. Kayvani
Veröffentlicht am 1. Januar 1970

Unterschiedlicher könnten die Kulturen des Iran und Deutschlands nicht sein. Und eben diese Unterschiede sind es, die im Alltag jede Menge Anlaß für Mißverständnisse und Unsicherheiten geben. Das mag schwierig sein, sorgt aber auch für skurrile, peinliche und überaus lustige Anekdoten. Eine Sammlung all dieser amüsanten Momente hat uns Schauspielerin und Musikerin Jasmin Tabatabai in ihrem Buch "Rosenjahre - Eine Familie zwischen Persien und Deutschland" zusammen gestellt.

Auf dem Oktoberfest 1956 lernte Jasmins Mutter Rosemarie ihre große Liebe, den Perser Modjtaba kennen und verliebte sich unsterblich. Entgegen aller Hürden folgte sie ihm in den Iran und erlebte ihr großes Abenteuer im exotischen Orient. In Tehran brachte sie Jasmin und deren drei Geschwister zu Welt und die Familie lebte dort, bis die islamische Revolution die Tabatabais zurück nach Deutschland führte. Jahre später las Jasmin Briefe, die ihre Mutter ihrer Großmutter nach Deutschland geschickt hatte und war gerührt von dieser zauberhaften Liebesgeschichte ihrer Eltern. So entstand wohl die Idee zu "Rosenjahre".

Manchem Leser hat bei diesem Erstlingswerk von Tabatabai eine Auseinandersetzung mit der Integrationspolitik gefehlt.

Jasmin Tabatabai unternimmt leider kaum Versuche, eine bestimmte Erzählperspektive einzunehmen, eine Haltung zur Geschichte zu entwickeln. Man hätte gern mehr erfahren - nicht zuletzt, wie sie selbst ihr Leben in zwei Kulturen empfindet, welche Kontakte sie heute in den Iran hält. Letztlich will man auch wissen, welche Rolle ihre Herkunft heute noch spielt, inwieweit sie die Integrationsdebatte interessiert, was ihre eigene Familie zu alldem meint. Jasmin Tabatabai lässt uns trotz der spannenden Familiengeschichten oft im Unklaren - und nutzt ihre Chance damit nicht voll aus. [Vladimir Balzer in d.radio.de]

Nicht so mir. Denn ich persönlich möchte - trotz der Wichtigkeit dieser Thematik-  auch einmal abschalten dürfen, um für einen Moment ganz und ausschließlich über die amüsanten Seiten der Integration und der Begegnungen der Kulturen zu schmunzeln.