Israels Vergeltungsschlag gegen die Hamas

von Portrait von Susanna Salber Susanna Salber
Veröffentlicht am 3. Juli 2014

Drei israelische Talmudschüler wurden im Westjordanland vermisst. Vor einigen Tagen wurden ihre Leichen gefunden. Anscheinend wurden die Jungen sofort nach ihrer Entführung erschossen. Nun droht Ministerpräsident Benjamin Netanjahu der Hamas mit Vergeltung. Die israelische Armee fliegt Angriffe auf den Gazastreifen. Die Ziele der israelischen Luftwaffen sind angeblich Militäreinrichtungen der Hamas. Die drei Religionsschüler im Alter von 16 bis 19 Jahren wurden seit dem 12. Juni vermisst. Seit dem 30. Juni ist nun sicher, dass die Jungen verstorben sind. Ihre Leichen wurden unter einem Steinhaufen auf einem Feld in der Nähe der Stadt Hebron im Westjordanland von israelischen Sicherheitsbeamten gefunden. Anscheinend wurden sie sofort nach ihrer Entführung erschossen.

Auf dem offiziellen Twitter Account des Premierministers Netanjahu finden sich verschiedene Posts zu den Vorkommnissen. Netanjahu bezeichnet die Mörder der drei Jugendlichen als „Tiere“, die „die Jungen kaltblütig ermordet haben“. Die Hamas sei dafür verantwortlich und werde dafür bezahlen. Doch bislang hat sich niemand zu der Tat bekannt. Seit Sonntag hat die israelische Luftwaffe 34 Ziele beschossen, wie in einer Mitteilung der israelischen Streitkräfte am Dienstagmorgen mitgeteilt wurde. Laut Angaben des medizinischen Dienstes im Gazastreifen wurden vier Menschen verletz. Augenzeugen sprachen von mehr als 25 Luftangriffen innerhalb von 10 Minuten.

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Der Tod der Talmudschüler sorgte für großes Aufsehen. Die Stadt Hebron sei laut dem israelischen Rundfunk abgeriegelt worden. Danny Danon von der Regierungspartei Likud fordert das Ende der Hamas: „Dieses tragische Ende muss auch das Ende der Hamas sein“. Die Hamas hingegen beschuldigt Israel, die Jungen ermordet zu haben, um weitere Militäraktionen gegen sie zu rechtfertigen.

Die Ermordung der drei Jungen stieß auch international auf großes Empören. Präsident Hollande bezeichnete den Mord als „feige“. David Cameron sprach von einem „entsetzlichen und unentschuldbaren Terrorakt.“ Auch im Internet wurde die Entführung der Jungen missachtet. In Anlehnung an den Hashtag # BringBackOurGirls startet der Hashtag # BringBackOurBoys (Tagesschau). Präsident Mahmud Abbas setzt eine Dringlichkeitssitzung an. Der Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri zeigte sich hingegen von Netanjahus Drohung unbeeindruckt: „Israel wird für jegliche Eskalation die Verantwortung tragen. Netanjahu will die Hamas einschüchtern.“ Dem Vorgehen der israelischen Sicherheitskräfte warf er unverhältnismäßig hartes Vorgehen vor. In den vergangenen Tagen wurden Städte und Dörfer im Westjordanland durchsucht und dabei rund Hundert Hamas-Mitglieder festgenommen. Es wurden auch mehrere Palästinenser getötet.