Türkische Designerinnen vereinen Mode und Protest bei Berliner Fashion Week

von Portrait von Bettina Pielka Bettina Pielka
Veröffentlicht am 9. Juli 2013

Ece Gözen, Nazil Bozdag und Nevra Karaca – das sind drei Designerinnen, deren Namen man sich merken sollte. Die drei türkischen Modemacher präsentierten sich erstmals auf der Berliner Modewoche und zeigten, was Mode und Protest gemeinsam haben. Denn die Modeschöpfer präsentieren nicht nur Mode „Made in Turkey“, sondern stehen für die neue, aufstrebende türkische Generation.

Vor allem in einem Land, wo in vielen Teilen noch strikte Bekleidungsnormen herrschen, ist Mode auch ein Statement. Ece Gözen hatte sich bei ihrer Kollektion von molekularen Modellen und geometrischen Strukturen inspirieren lassen. Nazil Bozdag verarbeitete in ihren Kollektionen vor allem Leder. Hier ist von der klassischen türkischen Kultur wenig zu finden, sondern eher die moderne Urbanität Istanbuls.

Vor allem gegensätzliche Formen prägen ihre Kollektion – enge Taillenröcke zu kastig geschnittenen Kleidern. Nevra Karaca gilt in der Türkei schon lange nicht mehr als Nachwuchsdesignerin. Sie entwirft unter anderem auch für H&M. Ihre Frühlings-/ Sommerkollektion ist von der Mathematik geprägt: 3-D-ähnlich wachsen Elemente aus ihren Entwürfen heraus.

Die drei Designerinnen gehören zu der Initiative „Istanbul Next“, das junge Nachwuchsdesigner aus der Türkei vorstellt. Genau wie die Millionen Demonstranten auf den Straßen der Türkei, haben die Designerinnen mit ihren kreativen und futuristischen Modellen für internationale Aufmerksamkeit gesorgt.