Kampagne für mehr Toleranz – Heute ist Welt-AIDS-Tag

von Portrait von Stella Thiele Stella Thiele
Veröffentlicht am 1. Dezember 2014

Seit 27 Jahren wird am 1. Dezember auf HIV aufmerksam gemacht. Am „Welt-AIDS-Tag“ solidarisieren sich Menschen auf der ganzen Welt mit Menschen, die mit dem Virus infiziert sind. Anders als noch in den 80er Jahren, als der Aktions- und Gedenktag zum ersten Mal stattfand, hat sich medizinisch viel verändert. HIV ist längst kein Todesurteil mehr. Die Wahrscheinlichkeit mit dem Erreger ein langes Leben zu führen, wird immer höher.

Höchste Zeit, dass sich auch in unseren Köpfen etwas verändert, denn anders als in der Medizin, sind unsere Vorurteile heute häufig noch auf demselben stand wie vor rund 30 Jahren. Natürlich ist HIV auch heute noch eine höchst ansteckende Krankheit, doch bei weitem besser erforscht. Die Kampagnen, die heute zur Aufklärung gestartet werden, zielen daher häufig auf mehr Toleranz. Zwar ist die Überlebenschance mit einer HIV-Infektion deutlich gestiegen, doch Aids-Kranke werden immer noch wie Außenseiter behandelt.

Zum Welt-AIDS-Tag hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 1.002 Deutsche befragt, wie es um ihr Wissen und ihre Einstellung im Hinblick auf Alltagssituationen steht, in denen es kein Risiko für eine HIV-Übertragung gibt. Das Ergebnis zeigt, dass wir über Risiken häufig gut informiert sind. Im Kontakt mit HV-positiven Menschen sind viele jedoch verunsichert.

48% der befragten beispielsweise antworteten auf die Frage: „Würdest Du jemanden mit HIV küssen?“ mit Nein. Nur 13% waren sich sicher, dass Ihnen die Infektion in diesem Fall nichts ausmachen würde. Situationen, in denen wenig Körperkontakt herrscht, stehen viele ohne Vorbehalte gegenüber. 85% der Befragten würden etwa mit HIV-positive Kollegen die Kantine besuchen. Sobald der Körperkontakt jedoch mehr in den Vordergrund rückt, sind sich viele unsicher, wie sie sich Infizierten gegenüber verhalten würden.

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Die Kampagne zum diesjährigen Welt-AIDS-Tag, die von der Bundeszentrale für Gesundheitliche gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit, der Deutschen AIDS-Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung durchgeführt wird, steht daher unter dem Motto Toleranz. Sie will darüber aufklären, in welchen Alltagssituation es absolut keine Ansteckungsgefahr gibt. So steht auf einem Plakat etwa: „Was würdest du zu einem HIV-positiven Bäcker sagen? – Zwei Mohnbrötchen bitte!“ Tatsächlich besteht in solchen Situationen absolut keine Ansteckungsgefahr. Der HIV-Virus stirbt an der Luft sehr schnell ab, eine Ansteckung über Lebensmittel ist somit unmöglich.

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