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Warum man auch Girokonten vergleichen sollte

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 26. März 2019

Wer eine größere Anschaffung wie ein Auto oder ein neues Mobiltelefon macht, verbringt meist sehr viel Zeit mit dem Vergleichen der Möglichkeiten. Der Hauptgrund dafür ist, dass man als informierter Käufer sehr viel Geld sparen kann, und wer möchte das nicht? Schließlich hat man für sein Erspartes hart gearbeitet.

Anders sieht es bei der Eröffnung von Bankkonten aus. Die meisten Menschen gehen hier zur nächstgelegenen Bank, eröffnen das Standard-Girokonto und bleiben dann ihrer Bank ein Leben lang treu. Dieses Verhalten ist töricht, unterscheiden sich doch auch die Banken und mit ihnen die Bedingungen für Girokonten stark. Wer sich die Mühe macht, die Angebote von unterschiedlichen Banken zu vergleichen, kann sehr viel Geld, und in manchen Fällen auch Nerven, sparen. Dieser Artikel soll ein paar Tipps geben, auf was man beim Eröffnen eines Girokontos achten sollte.

Kosten und Gebühren

Die Kosten für ein Girokonto unterscheiden sich zwischen den Banken sehr, ebenso deren Zusammensetzung. Der offensichtlichste Teil dieser Kosten ist die Kontoführungsgebühr, die monatlich oder jährlich fällig wird. Bei manchen Banken ist sie auch vom Kontostand oder vom Geldeingang abhängig. Daneben gibt es aber noch viele weitere Kosten, die meist nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Zu ihnen gehören zum Beispiel Gebühren für eine Kontoüberziehung oder für Transaktionen in anderen Währungen.

Um die Angebote von Banken vergleichen zu können, sollte man sich die Zeit nehmen, die eigene Verwendung des Girokontos zu analysieren. Erhält man regelmäßige Einzahlungen? Sendet man oft Geld ins Ausland? Hat man am Ende des Monat einen positiven oder negativen Kontostand? Nur mit diesen Daten kann man ein Girokonto finden, das für die eigene Verwendung am günstigsten ist.

Zinsen

Verglichen mit noch vor einigen Jahren sind die Zinsen für Girokonten heute sehr niedrig, manche Banken haben sie gleich ganz abgeschafft. Wer aber vergleicht, der findet auch heute noch Banken, die einen fairen Zinssatz bieten. Dies lohnt sich besonders, wenn sich größere Summen auf dem Konto befinden. In diesem Fall sollte man sich aber auch überlegen, ob man nicht noch ein Sparkonto eröffnen möchte.

Filialnetz

Das Filialnetz und natürlich auch die Lage der nächstgelegensten Bankfiliale unterscheiden sich naturgemäß zwischen den einzelnen Anbietern sehr stark. Wer häufig Ein- oder Auszahlungen am Schalter vornimmt, sollte eine Bank wählen, die auch in der Nähe liegt. Setzt man jedoch ganz auf Onlinebanking und hat schon seit Jahren keine Bank mehr betreten, dann kann man auch die sogenannten Direktbanken in Betracht ziehen. Diese haben keine Filialen, die Kontoführung ist aber in der Regel bedeutend günstiger.

Karte

Ein Girokonto kommt in der Regel mit einer Bankkarte, mit der man unter anderem Geld beziehen kann. Sehr verbreitet sind die Maestro- und VPay-Karten, es gibt aber auch Banken, die ihr eigenes System aufgebaut haben. Wenn man seine Bankkarte auch für das bargeldlose Bezahlen verwenden möchte, sollte man darauf achten, dass man eine Karte erhält, die man dazu in den frequentierten Geschäften auch tatsächlich benutzen kann, denn nicht jedes Geschäft akzeptiert jede Karte.

Manche Banken bieten auch die Option auf eine Kredit- oder Debitkarte an, meist gegen eine Gebühr. Verbreitet sind hier Mastercard und Visa. Eine solche kann zum Beispiel nützlich sein, wenn man oft im Internet einkauft oder sich oft im Ausland befindet. Auch hier lohnt es sich zu vergleichen, denn nicht nur die Kosten für die Karte selbst, sondern auch die Gebühren bei Verwendung unterscheiden sich stark.

Bargeld

Nicht nur die ausgegebene Bank- oder Kreditkarte sollte man vergleichen, sondern auch die Möglichkeiten, an Bargeld zu kommen. Viele Banken verlangen für den Bargeldbezug an Geldautomaten von anderen Banken nämlich eine Gebühr, die oft einige Euros beträgt. Wer oft und an verschiedenen Orten Bargeld benötigt, sollte eine Bank wählen, die einen kostenlosen Bargeldbezug an allen Geldautomaten in der Republik oder gar in Europa bietet.

Eröffnungsgeschenke und Extras

Manche Banken bieten neuen Kunden großzügige Geschenke oder eine Eröffnungsgutschrift an. Diese Angebote können sehr interessant sein, allerdings sollte man sich davon auch nicht blenden lassen. Den auch ein großzügiges Eröffnungsgeschenk kombiniert mit schlechten Bedingungen für das Girokonto wird für den Kunden langfristig teuer.

Interessanter können Extras wie Bonusprogramme oder Rabatte sein. Wenn diese für Services angeboten werden, die man sowieso schon nutzt, kann man so auf Dauer mit seinem Girokonto Geld einsparen. Es lohnt sich also, beim Vergleich der Girokonten auch solche Dinge mit einzubeziehen.