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Warum Außenwerbung immer noch wichtig ist

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 4. Juli 2018

In Zeiten der Digitalisierung liegt die Vermutung nahe, dass traditionelle Werbemaßnahmen ausgedient haben. Doch nicht so die Außenwerbung. Diese verzeichnet - zumindest in Großstädten - immer noch eine wachsende Reichweite. Zum einen, weil Großstädte in Deutschland wachsen, zum anderen, weil Menschen sehr häufig draußen unterwegs sind - sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit Out-of-Home-Werbung (OOH) erreichen Werbetreibende ein Millionenpublikum.

Zu den wichtigsten OOH-Werbeformen gehört die Plakatwerbung. Mit wenig Budget erreicht man damit Millionen Menschen. Außerdem gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten, die jeweilige Zielgruppe mittels Werbebotschaft auf sich aufmerksam zu machen.

Neben klassischer Plakatwerbung - zum Beispiel Plakaten an U-Bahn-Haltestellen - gibt es für Lokalitäten wie Restaurants, Kneipen oder Geschäfte unter anderem die Möglichkeit, mit Beachflags auf sich aufmerksam zu machen. Auch für kleine Unternehmen mit niedrigem Budget ist diese Werbemaßnahme erfolgversprechend, sie können eine passende Beachflag zum Beispiel online bedrucken lassen.

Auch Litfaßsäulen zählen zu beliebten Außenwerbeflächen - sie stehen zum Beispiel an belebten Plätzen oder in Innenstädten, wo Passanten beim Vorbeilaufen die Werbung wahrnehmen. Weitere OOH-Werbeformen sind Verkehrsmittelwerbung, LCD-Bildschirme oder Eventmedien, für die allerdings Promotion-Personal benötigt wird.

Außenwerbung gehört für Unternehmen, Veranstalter und Geschäftsinhaber aufgrund der hohen Reichweite, der geringen Kosten und der zahlreichen Möglichkeiten zu den beliebtesten Werbeformaten. Doch ist womöglich bald Schluss mit einer der wichtigsten Werbeformen?

Bald Schluss mit Außenwerbung in Berlin?

Zumindest in Berlin möchte die Initiative "Berlin werbefrei" mit einer Petition erwirken, dass Produktwerbung im öffentlichen Raum weitgehend verboten wird.

Die Initiatoren streben keine vollständig werbefreie Stadt an - Geschäfte sollen weiterhin in ihrem Umfeld für sich werben dürfen und auf Veranstaltungen oder gemeinnützige Zwecke soll nach wie vor hingewiesen werden können. Das Argument: Wenn Plakate mit Fast Food oder Unterwäschemodels verschwinden würden, erhielten Einzelhändler, Fußballspiele oder Kunstausstellungen mehr Aufmerksamkeit.

Fadi El-Ghazi, Fachanwalt für Strafrecht, bemängelt außerdem, dass durch riesige Werbeplakate zum Beispiel an Häuserwänden die Ästhetik der Stadt leiden würde. Außerdem hätten Passanten - anders als bei Werbung im Fernsehen oder Internet - keine Entscheidungsfreiheit darüber, ob sie diese Werbung sehen wollen.

Allerdings verdient die Stadt Berlin mit Außenwerbung Millionen. Laut stern.de hat die Stadt Anfang 2018 350 Millionen Euro dadurch eingenommen, dass sie die Rechte für über tausend Werbeplätze für 15 Jahre an drei Unternehmen vergeben hat. Jedoch fordert die Initiative "Berlin werbefrei" laut dem Artikel gar nicht die Entfernung sämtlicher Werbung im öffentlichen Raum.

Plakate, die kleiner sind als das Format A0 sowie Plakate an Litfaßsäulen, in Bahnhöfen und an Wartehäuschen würden nach den Plänen der Initiative weiterhin genehmigt werden, ebenso Werbung an Ladengeschäften und Ähnlichem. Die Einnahmen daraus würden allerdings nicht mehr an private Unternehmen, sondern an die Stadt gehen.

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