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Purer Nervenkitzel - zwischen Sport und Leichtsinn

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 20. September 2018

Fußballspielen? Schwimmen? Joggen? Manchen Menschen reicht eine normale Sportart als Freizeitbeschäftigung nicht aus. Stattdessen gehen sie riskanten Hobbys nach, die den ganz großen Adrenalinkick versprechen. Nicht immer geht es ihnen dabei um die sportliche Leistung, sondern um den Ehrgeiz, das größte Risiko einzugehen. So ist zum Beispiel der Kölner Dom immer wieder Ziel illegaler Kletteraktionen in schwindelerregender Höhe, bei denen Menschen für den ganz großen Nervenkitzel ihr Leben riskieren.

Extremsportler sollten sich absichern

Über die Definition eines gefährlichen Hobbys gehen die Meinungen auseinander. Für die einen stellt bereits das Wandern in den Bergen ein Risiko dar, für die anderen ist es ein ganz normaler Breitensport, den auch untrainierte Menschen ausüben. Untersuchungen zeigen: In absoluten Zahlen ist das Bergwandern gefährlicher als Bergsteigen oder Klettern. Zwischen 2000 und 2012 verunglückten dabei 645 Menschen, während im selben Zeitraum "nur" 477 Bergsteiger und Kletterer ihr Leben ließen.

Tatsächlich betreiben allerdings sehr viel mehr Menschen den Wandersport, und verhältnismäßig wenige gehen regelmäßig Bergsteigen oder Klettern. Sieht man sich die Zahlen in Relation an, sind die gefährlichsten Sportarten Big-Wave-Surfing, Motorsport, Tiefseetauchen, alpines Skifahren, Base-Jumping und Freiklettern. Dabei handelt es sich vor allem um sportliche Freizeitbeschäftigungen, die eine besonders hohe Mortalitätsrate aufweisen. Wer eine dieser Sportarten ausübt, sollte eine Risikolebensversicherung abschließen, um für den Fall der Fälle seine Hinterbliebenen finanziell abzusichern. Zwar müssen Extremsportler beim Abschluss dieser Police aufgrund ihres gefährlichen Hobbys mit erhöhten Beiträgen rechnen, dies sollte sie aber nicht davon abhalten, in diesen existenziellen Familienschutz zu investieren.

Riskante Internet-Trends fordern Tote

Nicht immer handelt es sich bei riskanten Freizeitaktivitäten um anerkannte Sportarten. Manchmal sind diese auch auf puren Leichtsinn zurückzuführen, der ausschließlich auf Nervenkitzel aus ist. Beim sogenannten "Rooftopping" oder "Roofing" erklimmen meist junge Erwachsene oder Jugendliche ohne jegliche Sicherung hohe Gebäude, um von dort aus möglichst spektakuläre Aufnahmen zu machen. Im Mittelpunkt dieses riskanten Trends, der vor allem durch das Internet zahlreiche Anhänger gefunden hat, stehen häufig berühmte Bauwerke wie das Empire State Building, die Cheops-Pyramide oder der Kölner Dom.

Letzterer wurde sowohl im Jahr 2013 als auch 2015 von Rooftoppern in waghalsigen Aktionen erklommen. 2015 war es eine Gruppe von drei Männern, die zur Karnevalszeit auf die Domspitze kletterten, ihr riskantes Unternehmen filmten und die Aufnahmen anschließend als eine Art Trophäe ins Netz stellten.

Der Trend, der ursprünglich aus Russland stammt, ist in den meisten Ländern - einschließlich Deutschland - illegal, hat durch die Verbreitung im Internet allerdings immer mehr Nachahmer gefunden. Durch Rooftopping und andere gefährliche Aktivitäten wie beispielsweise "Buildering" - dem Erklettern von urbanen Bauwerken ohne Sicherung - kommen Jahr für Jahr zahlreichreiche Menschen ums Leben. Nicht nur die Kletterer selbst begeben sich dabei in Gefahr, sie gefährden auch ihre Mitmenschen, wenn sie beispielsweise versehentlich ihre Kamera herunterfallen lassen oder sich Teile des Gebäudes lösen.

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