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Köln — Rückgang des Spiels?

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 5. November 2018

In den vergangenen Jahren gerieten die Casinos in Köln immer mehr unter Druck. Inzwischen stellt sich die Frage, wie die Branche in der rheinischen Metropole weiter existieren kann. Kommt es zu einem Rückgang des Spiels oder hält die Unterstützung von Seiten der Zielgruppe?

Geballtes Angebot im Stadtzentrum

Immer mehr Vertreter der Glücksspielbranche ließen sich in den vergangenen Jahren in Köln nieder. Besonders im Zentrum ist inzwischen für ein dicht gestricktes Angebot gesorgt. Das Merkur Casino oder die Schnicks Spielhalle gelten bereits seit Jahren als feste Institutionen. Nun stellt sich die Frage, ob die Offerten ausgedünnt werden müssen. Die wirtschaftliche Grundlage scheint zu schwinden und mancher Anbieter bewegt sich inzwischen am Rande der Existenz.

Die neue Konkurrenz, die auf diesem Gebiet wahrgenommen werden kann, stammt nicht nur von den neu eröffneten Angeboten. Darüber hinaus spielt das World Wide Web inzwischen eine gewichtige Rolle. Online Casinos werben in großem Maße um die Gunst der Kunden. Dabei haben sie entscheidende Vorteile auf ihrer Seite. Da weniger Flächen angemietet werden müssen, und auch der personelle Aufwand des Betriebs niedriger ist, sinken in diesem Fall die Kosten. Die Unternehmen sind aus diesem Grund dazu in der Lage, ihren Kunden bessere Auszahlungsquoten zur Verfügung zu stellen. Viele passionierte Spieler entschlossen sich aus diesem Grund dazu, ihr Spiel ins World Wide Web zu verlagern.

Das breite Angebot macht es sogleich notwendig, sich genau über die verschiedenen Offerten in Kenntnis zu setzen. Immer wieder drängen zudem junge Anbieter auf den Markt, die sich als attraktive Alternative präsentieren. Hier finden Sie weitere Informationen zu einem jungen Vertreter der Branche.

Restaurants bereits geschlossen

Ein großes Casino im Stadtzentrum reduzierte bereits im vergangenen Jahr das eigene Angebot. Dort ist es inzwischen nicht mehr möglich, das Restaurant für einen Besuch zu nutzen. Zuletzt war dessen preiswertes Angebot noch ein Grund für viele Kölner gewesen, sich am Abend in das Casino zu begeben. Das Restaurant selbst war allein darauf fixiert, die Kosten zu decken. Keineswegs war geplant, direkt einen Gewinn zu erzielen. Die Finanzierung sollte indirekt durch die Einsätze erfolgen, die der eine oder andere Spieler im Casino hinterlassen würde.

Nach offiziellen Angaben wollte sich das Casino wieder mehr auf das Spiel an sich konzentrieren und das Angebot in dieser Hinsicht verbessern. Dennoch deutet dieser Schritt an, dass eine wirtschaftliche Notwendigkeit bestand, um erste Handlungsschritte in die Wege zu leiten. In Zukunft könnten weitere Casinos aus der Region genau diesem Beispiel folgen.

Die Stadt sorgt sich

Nachdem die Glücksspielbranche in Köln zu Beginn dieses Jahrtausends sehr konstant gewachsen war, wurde die Stadt Köln immer wieder regulierend aktiv. Das Angebot der Unternehmen sollte in der Region nicht zu dominant werden. Inzwischen ist e notwendig geworden, die Belange der Casinos nicht mehr außer Acht zu lassen. Dies liegt nicht zuletzt an der Gewerbesteuer, wie sie dadurch eingetrieben werden kann. Sie bietet die Möglichkeit, die Einsätze der Spieler wieder zum Wohl der Allgemeinheit einzusetzen und ihnen dadurch einen Nutzen zu verleihen.

Unklar ist aufgrund dieser finanziellen Abhängigkeit auch, ob in Zukunft eine strengere Regulierung der Casinos folgt. Verbraucherschützer weisen bereits seit einiger Zeit darauf hin, dass ein Mindestabstand zwischen den Casinos und Bildungseinrichtungen der Stadt eingerichtet werden sollte. So wäre es nach ihrer Vorstellung nicht mehr erlaubt, ein Casino zu eröffnen, sofern es sich in einem Umkreis von 300 Metern zu Hochschulen, weiterführenden Schulen, Grundschulen oder Kindergärten befindet. Allerdings wäre ein solcher Schritt mit enormen Einschränkungen verbunden. Experten halten es aus diesem Grund für unwahrscheinlich, dass ihn die Stadt in absehbarer Zeit umsetzt.

Beteiligung des Landes?

Das die Bundesländer in Deutschland durchaus ein Interesse an der starken Spielindustrie haben, wird in diesen Jahren immer wieder deutlich. Seit Jahren hält etwa das Land NRW große Teile an der Westspiel GmbH. Diese wiederum betreibt im Bundesland zahlreiche große Casinos. In den vergangenen Jahren war es für das Land möglich, auf dieser Grundlage große Gewinne zu erzielen. Inzwischen stockt das Geschäftsmodell jedoch etwas und die Verantwortlichen denken aus ihrem Rückzug aus der Branche nach. Doch jahrelang handelte es sich um ein effektives Modell, welches den Haushalt stützte.

Auf der anderen Seite scheint es unwahrscheinlich, dass sich Rheinland-Pfalz bald in ähnlicher Weise engagiert. Würde das Land jetzt den Einstieg in die Branche wagen, so wäre damit ein kaum zu kalkulierendes Risiko verbunden. Schließlich lässt sich nicht sagen, ob die etablierten Anbieter aus der Welt des Glücksspiels auch in den kommenden Jahren gewinnbringend wirtschaften können.

Die Zielgruppe altert merklich

Natürlich bemühen sich die großen Casinos in Köln um Daten, die ihnen ihre Zielgruppe genauer charakterisieren. Dabei wurde in den vergangenen Jahren deutlich, dass ein rapider Alterungsprozess die Szene erfasste. Dies liegt nicht etwa daran, dass das Glücksspiel nur für eine ältere Zielgruppe interessant ist. Vielmehr ist der Grund dafür auf der Seite der Online-Anbieter zu suchen. Ihnen gelingt es, ein vorwiegend junges Publikum von der Nutzung zu überzeugen. Dies hängt auch damit zusammen, dass in dieser Altersklasse die Technikaffinität bekanntlich auf einem höheren Niveau liegt.

Während die im klassischen Casino aktiven Spieler also immer älter werden, gibt es in den Online Casinos zahlreiche junge Spieler, die dort ihre Einsätze erbringen. Langfristig könnte dies zu einem Problem für die etablierten Unternehmen werden. Ihnen wird es in den kommenden Jahren immer schwerer fallen, Spieler mit ihrem Angebot zu überzeugen.

Offensives Marketing für die junge Generation

Zuletzt konnten beim Gang durch Köln Werbeplakate der deutschen Automatenwirtschaft betrachtet werden. Diese gewann zuletzt Fußballstar Bastian Schweinsteiger für eine große Kampagne. In deren Zuge soll es gelingen, das Renommee des Glücksspiels wieder zu erhöhen. Dabei wird regelmäßig auf die fünf Regeln für ein sicheres Spiel verwiesen. Dass große Summen in die Hand genommen wurden, um die Menschen in Deutschland auf diese Weise zu erreichen, spricht Bände. Ein dazugehöriges Video, welches über das Internet populär gemacht werden soll, erreicht vorwiegend eine junge Zielgruppe. Hierbei handelt es sich um einen eindeutigen Versuch der klassischen Casinos, junge Spieler zu erreichen und sie damit den Online Casinos abzuringen. Natürlich werden erst die kommenden Jahre zeigen, ob eine solche Taktik tatsächlich den Erfolg mit sich bringt, den sich die Verantwortlichen davon versprechen.