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Deutsche Sportler für die NBA?

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 19. Juni 2018

Traumziel NBA? Die Liste der Spieler, die sich weiterhin für eine Teilnahme an den alljährlichen Drafts zur Verfügung halten, ist arg geschrumpft.

Die Drafts geben Talenten aus den US-amerikanischen Colleges und dem Ausland die Chance, sich potenziell einen Platz in einem der 30 Teams der National Basketball Association in den Vereinigten Staaten zu sichern.

Noch im Rennen ist der erst 18 Jahre alte Isaac Bonga, der derzeit als Point Guard bei den Fraport Skyliners unter Vertrag ist. Der 2,03 Meter große Hüne ist ein Kadidat für die zweite Draft-Runde.

Auch Moritz Wagner werden gute Chance zugestanden, den Sprung zu schaffen. Bongas Teamkollege Richard Freudenberg soll als dritter Deutscher im Draft wählbar sein.

Zurückgezogen haben hingegen Münchens Karim, Jallow und Bambergs Louis Olinde.

Bonga werden auch auf dem NBA-Draft-Steckbrief gute Chancen eingeräumt. Seine selbst für Basketball-Verhältnisse überdurchschnittliche Länge, die Fähigkeit, sowohl links als auch rechtshändig den Ball weiterzugeben, Raumübersicht, intelligente Entscheidungen und Anpassungsfähigkeit machen ihn demnach zu einem vielversprechenden Allrounder. Lediglich sein Gewicht wird noch als zu niedrig eingestuft, aber da er erst 18 Jahre alt ist, werden sich seine Muskeln nach Einschätzung der Experten noch entwickeln.

Seit zwei Jahren spielt Bonga in Frankfurt, und nach Einsätzen 2014 in der U16-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Lettland und der U19 bei der Weltmeisterschaft im Juli 2017, wurde er im November 2017 erstmals in die deutsche A-Nationalmannschaft berufen.

Der NBA-Draft ist der Höhepunkt für die Fans zwischen den Saisons, und welcher Spieler als erster verpflichtet wird, wird heiß diskutiert. Laut 888sport ist Luka Doncic derzeit der Favorit auf diese Ehre, aber die Reihenfolge ist für die Spieler im Endeffekt nicht ausschlaggebend – Hauptsache, sie werden gewählt.

Der Berliner Moritz Wagner hat einen gewissen Heimvorteil in den USA: Der 2,11 große Power Forward ist eines der College-Talente, weil er seit 2015 an der Universität von Michigan studiert und daher regelmäßig von Talentesuchern in Aktion gesehen werden konnte. Er hatte sich erstmals 2017 für den NBA-Draft angemeldet, seine Entscheidung aber zurückgezogen, um noch ein weiteres Jahr für seine Uni aufzulaufen. Bei der U20-EM im Sommer 2017 war Wagner der beste Werfer der deutschen Auswahl.

Richard Freudenberg aus Heidelberg studierte zwischenzeitlich ein Jahr lang an der St John’s Universität in New York, ehe er sich 2017 für die Profi-Laufbahn entschied. Der 2,02 große Flügelspieler war ebenfalls bei der U19-Weltmeisterschaft 2017 im Einsatz.

Deutsche Basketballer sind spätestens seit Dirk Nowitzki in der NBA hoch geschätzt. Der inzwischen 40 Jahre alte Power Forward ist noch immer ein Ausnahmetalent und Zuschauermagnet. Sein Platz unter den 50 besten Spielern aller Zeiten ist ihm längst sicher, aber Schluss ist für Nowitzki noch lange nicht, auch wenn jüngere Spieler schneller übers Feld flitzen. Seit 20 Jahren ist er den Dallas Mavericks treu. Gemeinsame Erinnerungen an die alte Heimat teilt er im Verein mit Maxi Kleber, der außerdem auf der gleichen Position spielt. 

Der Bamberger Daniel Theis hatte eine super Saison bei Celtic, ehe er sich bei einem Spiel im März den Meniskus riss. 

Schon die zweite NBA-Saison bei den Chicago Bulls hat der Heidelberger Paul Zipser hinter sich, auch wenn er sich von den Ergebnissen mehr erhofft hatte.

Der Braunschweiger Dennis Schröder ist inzwischen Chef-Dribbler bei den Atlanta Hawks und zählt zu den schnellsten Spielern in der gesamten NBA.

Mit etwas Glück folgen Bonga, Wagner und Freudenberg den anderen Deutschen demnächst. Ansonsten gibt es immer noch ein neues Jahr.