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Ab wann lohnt sich eine Gleitsichtbrille?

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 28. Mai 2019

Die Gleitsichtbrille korrigiert die Fehlsichtigkeit von Kurz- und Weitsichtigkeit gleichermaßen. Ein spezielles Glas kann je nach Betrachtungswinkel die deutliche Sicht verbessern. Wir zeigen die Vor- und Nachteile von Gleitsichtbrillen und verraten, für wen sie sich lohnen. 

So funktionieren Gleitsichtgläser 

Die Sehkraft lässt mit dem Alter nach. Wenn die Augenlinse sich verfestigt, wird der Nahbereich zunehmend verschwommen wahrgenommen. Zumeist setzt die Alterssichtigkeit zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr ein. Dann wird es zunehmend schwieriger, nahe Objekte im Detail zu betrachten. 
Diese sogenannte Alterssichtigkeit lässt sich durch eine Lesebrille korrigieren. Kommt nun aber eine Kurzsichtigkeit hinzu, bietet sich eine Mehrstärkenbrille oder Gleitsichtbrille an. Träger einer solchen Brille betrachten dank der speziellen Gläser Objekte in allen Entfernungen in perfekter Schärfe. 
Gleitsichtbrillen sind auch als sogenannte Multifokalgläser bekannt und man unterscheidet zwischen Bifokal- und Trifokalbrillen. 
Im unteren Sehbereich der Gleitsichtgläser befindet sich eine Krümmung. Der Brillenträger nutzt diesen Bereich, um Objekte im Nahbereich zu fokussieren. Der obere Bereich wird für die Fernsicht eingesetzt. Dazwischen liegt der sogenannte Progressionsbereich, mit dem das scharfe Sehen in den Zwischenentfernungen gewährleistet ist. Einzig bei der Bildschirmarbeit kann die Gleitsichtbrille mitunter stören. Eine Bildschirmarbeitsplatzbrille ist in diesem Fall die Alternative.

Für wen sind Gleitsichtbrillen geeignet? 

Gleitsichtbrillen werden von Menschen getragen, die sowohl kurzsichtig als auch weitsichtig sind. Wenn zu einer Kurzsichtigkeit ab einem gewissen Alter die Alterssichtigkeit hinzukommt, wird eine Gleitsichtbrille benötigt. Generell eignet sich eine Gleitsichtbrille aber für alle Menschen, die Objekte in der Ferne und in der Nähe nicht mehr ohne Hilfsmittel betrachten können. Personen, die eine Kurz- und eine Fernsichtigkeit haben, benötigen ebenfalls eine Gleitsichtbrille. 
Verschiedene Berufsgruppen wie Zeichner oder Handwerker sind darauf angewiesen, kleinste Details präzise zu erkennen. Wenn aufgrund einer schlechten Sehstärke Fehler unterlaufen, wird oft eine Gleitsichtbrille gewählt. Ebenso verwenden Berufsgruppen Gleitsichtbrillen, die häufig zwischen kurzen und weiten Blicken wechseln. Dazu gehören Jäger oder Piloten, die im Beruf eine optimale Sicht auf die Situation benötigen. Mit der Gleitsichtbrille wird die Sehstärke optimiert. 

Die Vorteile und Nachteile von Gleitsichtbrillen

Gleitsichtbrillen gleichen mehreren Sehschwächen zugleich aus. Auch eine Hornhautverkrümmung korrigieren sie. Menschen, die zwischen Lese- und Normalbrille wechseln mussten, können mit der Gleitsichtbrille dauerhaft eine einzige Brille tragen. 

Gleitsichtgläser können eine Sehstärke von +/- 10 Dioptrien aufweisen. Bis zu einer Stärke von +/- 4 Dioptrien lassen sich auch Sportbrillen als Gleitsichtbrillen verwenden. Gleitsichtbrillen lassen sich Problem beim Sport tragen. Sie sind äußerlich nicht von einer Standardbrille zu unterscheiden, weisen bei genauerer Betrachtung allerdings die genannte Krümmung auf. 

Gleitsichtgläser schaffen eine durchgehend klare Sicht, da die Sehfelder des Auges fließend sind. Jedoch sind die Sehbereich deutlich kleiner als bei einer normalen Brillen Die ungewohnte Größe kann in der Eingewöhnungsphase zu Schwindel und Kopfschmerzen führen. 
Eine Gleitsichtbrille ist kostspieliger als eine Einstärkenbrille. Zurückzuführen ist das auf die höheren Herstellungskosten und die noch vergleichsweise geringe Nachfrage. Gleitsichtbrillen können zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Euro kosten. Hochwertige Modelle von Qualitätsherstellern sind relativ kostspielig, bieten dafür jedoch eine zufriedenstellende Qualität und eine umfassende Kundenberatung, die gerade Neulinge im Bereich der Gleitsichtbrillen in Anspruch nehmen sollten, da der Umgang mit der Brille zu Beginn unter Umständen gewöhnungsbedürftig sein kann. 

Wie lange ist eine Gleitsichtbrille haltbar?

Eine Gleitsichtbrille ist je nach Hersteller zwischen drei und fünf Jahre haltbar. Zu den bekannten Herstellern von hochwertigen Gleitsichtgläsern gehören Zeiss, Essilor, Rodenstock, Optovision und Stratemeyer. Die Brillengläser bestehen zumeist aus Kunststoff. Auch Gleitsicht-Kontaktlinsen sind erhältlich, wenn auch weniger weit verbreitet als die Gleitsichtbrille. Sonnenbrillen gibt es inzwischen ebenfalls mit Gleitsichtgläsern
Ihr besonderer Schliff vereint bei einer Gleitsichtbrille die Vorteile von Fern- und Nahbrille. Die Gleitsichtbrille ist immer ohne Kanten geschliffen. Dadurch wird ein exakter Übergang erzielt, der wiederum einen sauberen Übergang im Sichtfeld des Trägers ermöglicht. 

Fazit: Gleitsichtbrillen bei Kurz- und Weitsichtigkeit

Anders als Einstärkenbrillen, bietet die Gleitsichtbrille eine vollständige Korrektur von Kurz- und Weitsichtigkeit. Mehrere Qualitätsstufen und verschiedene Hersteller bieten Menschen mit einer Sehschwäche ausreichend Auswahl bei der Wahl der Brille. Gerade Menschen, die beruflich auf ein perfektes Augenlicht angewiesen sind, entscheiden sich oft eine Gleitsichtbrille. Spätestens im Alter wird sie für viele Brillenträger zur notwendigen Alternative. 
Wer eine Gleitsichtbrille benötigt, sollte sich beim Optiker des Vertrauens beraten lassen. Der Fachmann kann ein Glas empfehlen, welches genau zu den Augen des Trägers passt und die Sehfähigkeit optimiert.