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7 coole Profi-Kniffe für Heimwerker

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 8. Februar 2019

Dank der Omnipräsenz bestens bestückter Baumärkte können sich Heimwerker heute problemlos mit dem gleichen Werkzeug versorgen, welches auch berufsmäßige Handwerker nutzen. Für maximalen Spaß und Erfolg fehlen jedoch häufig die kleinen Inhalte der Trickkiste, welche die Profis in Ausbildung und tagtäglicher Berufsausübung erlernen. Auf den folgenden Zeilen liefern wir eine kleine Abkürzung und präsentieren sieben Profi-Kniffe, die jeder Heimwerker gut gebrauchen kann.

1. Mit dem Messschieber innen wie außen

Maßband oder Zollstock (letzteres übrigens korrekt als Gliedermessstab bezeichnet) das sind für die meisten Heimwerker die einzigen Messwerkzeuge. Bloß: Deren Genauigkeit endet beim Millimeter, eigentlich schon vorher. Darunter werden sie zu dem, was Profis „Schätzeisen“ nennen – höchst unpräzise also. Und noch unpräziser werden sie, sobald man etwas messen will, auf das man diese Werkzeuge nicht so einfach auflegen kann.

Jeder, der nur etwas größere Ambitionen hat, sollte deshalb ein ungleich präziseres Werkzeug besitzen, den Messschieber. Der kann nicht nur Innen- wie Außendurchmesser durch seine „Klauen“ besser abgreifen, sondern ist vor allem auch bis zu 0,02 Millimeter geeicht. Allerdings muss man für Geräte, die einem auf einem Digitaldisplay einen absoluten Wert anzeigen, etwas tiefer in die Tasche greifen. Dabei sind auch einfache Messschieber kein Ablese-Hexenwerk. Sie haben einen sogenannten Nonius und den abzulesen ist nur eine kleine Fleißaufgabe, die jeder binnen Minuten lernen kann.

2. Schlag für Schlag saubere Bohrlöcher

In Holz bohren ist so einfach. Da ist das Material weich und zudem haben Holzbohrer eine scharfe Spitze, die dafür sorgt, dass man genau dort ins Material eindringt, wo man es möchte. Vollkommen anders bei Metall, selbst Blech. Da ist die Oberfläche härter. Man kann den Bohrer so langsam rotieren lassen, wie man will, er tanzt trotzdem um den Markierungspunkt herum und verkratzt mindestens die Oberfläche.

Hier der Kniff: Profis nutzen einen Körner, einen Dorn aus gehärtetem Stahl. Der wird auf den Bohrpunkt gesetzt, dann gibt’s einen Schlag mit dem Hammer. Das hinterlässt einen kleinen „Krater“ in der Metalloberfläche – in dem der Bohrer just das bisschen Halt findet, das er braucht, um nicht wegzurutschen.

3. Sägen ohne Ausreißer

Jeder Heimwerker, der eine Stich- oder Kreissäge benutzt, kennt das Problem: Es gibt immer unschöne Ausrisse von Fasern oder auch ganzen „Brocken“. Doch in den allermeisten Fällen liegt das nur daran, dass man „verkehrtherum“ denkt und arbeitet.

Dazu muss man sich nur die Sägezähne anschauen. In die Richtung, in die sie geneigt sind, schneiden sie auch nur. Also beim Stichsägeblatt nach oben. Das wiederum bedeutet, dass alles, was ebenfalls nach oben zeigt, Gefahr läuft, ausgerissen zu werden. Wie schneidet man als Heimwerker ein Laminatbrett? Natürlich so, wie es später verlegt wird, mit der schönen Seite nach oben. Das ist falsch. Die sichtbare Seite, an der es keine Ausreißer geben darf, muss immer in die entgegengesetzte Arbeitsrichtung der Sägezähne weisen – im Fall von Laminatpaneel und Stichsäge also nach unten. Und wenn man auf der schönen Seite die spätere Schnittkante nach dem Anzeichnen mit einer scharfen Klinge einritzt, verbessert man das Ergebnis nochmals signifikant.

4. Abkleben ohne Probleme

Ein knackig-gerader Farbverlauf sieht einfach besser aus als eine einfarbige Wand. Und die beste Lösung, um zwei angrenzende Farbzonen abzutrennen, ist natürlich Klebeband. Aber so nützlich es auch ist, für viele ist es ein echter „Angstgegner“. Denn oft genug beendet das Abziehen die saubere Linie und zieht gleich die frische Farbe mit ab.

Hier die allgemeingültige Lösung: Abklebeband zieht man immer ab, sobald die Farbe nur ein wenig „angezogen“ ist. Bei normaler Wandfarbe ist das schon nach 15 Minuten der Fall. Bloß nicht warten, bis alles getrocknet ist. Dann sind der Farbauftrag auf der Wand und der auf dem Klebeband zu einer Masse getrocknet und es werden definitiv Farbstücke abgerissen.

Zudem gilt: nicht zu flach abziehen. Das abzuziehende Stück des Klebebandes sollte mindestens 90° von der Wand abstehen. Auch sollte man es dicht an der Wand packen, um das Risiko zu minimieren, dass durchhängendes, mit feuchter Farbe bedecktes Tape irgendwo Wandkontakt bekommt.

5. Nagel und Hammer ohne Verletzung überstehen

Ein typischer Fall von „sieht einfach aus, ist schwer nachzumachen“: Das Einschlagen eines Nagels in die Wand. Es beginnt schon damit, dass der Profi den Hammerstiel grundsätzlich unten anfasst – nur Amateure greifen ob der vermeintlich besseren Kontrolle kurz unter dem Kopf. Das allerdings kann man nur durch Routine lernen. Viel problematischer ist Folgendes:

Je kürzer der Nagel, desto schwieriger ist es, ihn vor dem ersten Schlag so festzuhalten, dass nicht automatisch die Fingerspitzen in die Schlagzone geraten. Dabei kann das Leben so einfach sein, man braucht nur einen feinen Kamm – etwa einen „Läusekamm“ aus der Drogerie. Zwischen dessen Zinken klemmt man den Nagel und hält ihn so gegen die Wand. Der Rest sind ein paar Schläge.

6. Immer die richtige Dübeltiefe

Für perfektes Dübeln reicht es nicht, nur ein im Durchmesser zum Dübel passendes Loch zu bohren. Auch die Tiefe ist entscheidend. Denn zu tief oder flach bedeutet, dass der Dübel mit etwas Pech zu tief ins Rohr rutsch oder aber, dass die hineingedrehte Schraube ihren Job, das Aufspreizen des Dübel-Endes, nicht richtig machen kann.

So geht’s einfach: Bevor man den Bohrer einspannt, legt man ihn auf den Tisch und einen Dübel direkt daneben. Dort, wo der Dübel endet, umwickelt man den Bohrer einfach mit etwas Malerkrepp oder sonstigem Klebeband, das man gerade greifbar hat. So weiß man immer, wie tief man bohren muss.

7. Perfekte Löcher dank Kopierer

Viele Dinge, die an der Wand befestigt werden können, kommen leider ohne eine Schablone, die einem genau sagt, wo exakt die Bohrlöcher zu setzen sind, welchen Abstand sie haben müssen. Die Arbeit wird so zum höchst gefährlichen Schätzen oder langwierigen Messen.

Bei vielen Sachen geht es jedoch unheimlich einfach: Man legt die Seite des Gegenstandes, an dem sich die Aufhängungen befinden (etwa die Rückseite eines WLAN-Routers) einfach auf einen Kopierer. Einen Tastendruck später hat man eine perfekte 1:1-Schablone, die man nur noch an die Wand halten und per Wasserwaage ausrichten muss.