Gülay Toprak

Hair und Make-Up Artist

von Portrait von Arzu A. Kayvani Arzu A. Kayvani
Veröffentlicht am 13. Juni 2012

Erzähle uns doch ein wenig von Dir und deiner Familie. Wo wurdest Du geboren?

Ich bin eine Weltbürgerin. Hier in Köln geboren und aufgewachsen, bei meiner türkischen Familie. Ohne Kopftuchprogramm, dafür mit alljährlicher Karnevalskostümierung und Weihnachtsbaum. Ich bin Hair und Make-Up Artist und habe seit vielen Jahren ein eigenes Studio in Köln, den Salon Mythos

 

Was gefällt Dir an Köln am besten?

Adenauer forever: Es lebe der Grüngürtel mit dem gesegneten Aachener Weiher :) An Köln gefällt mir die Lebendigkeit, die Ausländerfreundlichkeit und das lockere Miteinander. Außerdem mag ich die hiesige Künstlerszene.

 

Bist Du ein Stadtmensch oder könntest Du auch auf einer einsamen Hütte in den Bergen leben? 

"Es lebe der Grüngürtel mit dem gesegneten Aachener Weiher "

Ich kann überall glücklich sein. Ich bin ein Stadtkind und liebe Städte. Aber nur Städte, die auch eine Geschichte haben. Aber ich finde ein minimalistisches Leben fernab des Tumult absolut erstrebenswert. Sobald ich es mir lesten kann, würde ich sehr gerne zurückgezogen leben, ganz ökologisch. Aber am Strand :)

Was magst du an Deinem Beruf? 

"Wer möchte sein fein, der muss leiden Pein"

Dass ich Menschen nicht nur äußerlich, sonder auch innerlich verändern kann. Ich meine damit den Kontakt zu den Menschen und die Möglichkeit, ihnen neue Dinge zu zeigen und sie zu verändern. Zum Zombiewalk war mein Spruch "work-buy, consume-die"; war gleich in der Zeitung abgebildet. Außerdem, gerade mit meinem Beruf kann man so schön Gegensätzliches vereinen. So rief ich als Antwort auf die Zombies den Angels Walk ins Leben. Mit allen Kunden, die sich zeigen wollten und so auch wieder andere verändern, liefen wir zu Weihnachten als Engel durch die Stadt, um Passanten ein Lächeln auf's Gesicht zu zaubern. Mit einem Lächeln kann man Menschen schließlich positiv verändern. Als Engel und als Frisör :)

Gülay Toprak

 

Was machst Du zu allererst, wenn Du von einer Reise zurück nach Köln kommst?

Nichts spezielles, von relaxen bis Freunde anrufen ist alles dabei. Social Networking.

 

Wie sieht für Dich ein perfekter Abend mit Freunden aus?

Zelten mit Freunden. Es gibt ganz klassische Lagerfeueratmosphäre, Picknicken und Grillen an einem Strand. Am besten noch in einem abgelegenen Holzhaus am Strand. Und dann gleich dort wohnen bleiben. 

 

Wann hattest Du das letzte Mal so richtig Angst? 

Beim Landen in London. An einem Tag gab es richtig viel Wind und Sturm, dass es richtig schwierig war, dort zu landen. Da hab ich das erste Mal richtig Angst gehabt. 

 

Und wann hast Du Dich das letzte Mal so richtig blamiert?

Wer möchte sein fein, der muss leiden Pein. Denn ist Blamage nicht eigentlich Courage? Das ist den unoffenen Menschen ihr sein, dass alles was anders ist, nicht geht in ihren Kopf hinein. Ist das nicht fein so zu sein?

(spätestens jetzt *lach*)
 

Wem würdest Du eine Niere spenden? 

Menschen, die ich liebe.

 

Was machst Du, wenn Du schlimmen Liebeskummer hast? 

What goes around, that comes around. Eigentlich liebe ich ja nur Brendan Lee und David Bowie. 

 

Was würdest Du tun, wenn Du nur einen tag zu leben hättest? 

Ich bin doch keine Eintagsfliege (grins). Ich würde mich dann den ganzen Tag lang wie ein Derwisch drehen und die ultimative Verbindung zwischen Himmel und Erde herstellen. 

 

Willst Du noch etwas loswerden? 

Zum Zombiewalk war mein Spruch "work-buy, consume-die"

Nur Künstlern, die sich schon einen Namen gemacht haben, wird überhaupt Ausstellungsfläche gegeben. Leuten aus der Independent-Bewegung, also Künstlern, die sich erst noch beweisen müssen, wird gar nicht erst eine Chance gegeben. So wie ich in meinem Laden einen extra Bereich für deren Kunstwerke eingerichtet habe, wünschte ich mir, das noch viele andere Leute diese Künstler unterstützen würden.