#YesAllWomen: Amoklauf in Santa Barbara

von Portrait von Susanna Salber Susanna Salber
Veröffentlicht am 28. Mai 2014

Am 23.Mai tötete der 22 jährige Amokläufer Elliot Roger in Santa Barbara 6 Menschen und verletzte weitere 13. Er hinterließ laut FAZ ein absurdes 140 Seiten langes frauenverachtendes Manifest. Nun wird bei Twitter unter dem Hashtag #YesAllWoman diskutiert: Nicht jeder Mann ist ein gewalttätig gegen Frauen. Doch jede Frau sei männlicher Gewalt ausgeliefert.

Elliot Roger fühlte sich von Frauen stets zurückgewiesen. Diesen Zustand wollte er anhand seiner Vorstellung von Gerechtigkeit „klären“. Am Abend des 23. Mais stieg er in seinen BMW –mit drei halbautomatischen Waffen. Nachdem er sechs Menschen tötete und 13 verletzte, schoss er sich selbst in den Kopf. In seinem 140 seitigem Manifest hinterlässt er seinen Hass auf Frauen. Das Manifest und Youtube Videos zeigen, dass in seiner Welt nur der Hass regierte. Vor allem auf Frauen. Frauen hätten stets gegen ihn Krieg geführt, nun wolle er zurückschlagen. „Herzlose Schlampen werde ich dafür leiden lassen, dass sie mich zurückgewiesen haben.“

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Elliot Rogers Manifest lässt einen das Blut in den Adern gefrieren. Nicht weil die Sprache so hart ist. In vielen Blogs, Foren wie puahate.com und Ubahn-Unterhaltungen hört man Ähnliches. Doch er setzte all seine Warnung in die Tat um. Einen Tag nach dem Amoklauf folgte der Tweet: #YesAllWoman. @gildespine postete den Kommentar: "Leute, ich werde jetzt unter #YesAllWomen twittern. Lasst uns darüber diskutieren, was vielleicht nicht alle Männer machen, aber was alle Frauen zu befürchten haben." Es folgten viele Posts darüber, welche verschiedenen Formen von Frauenhass und Sexismus in unserer Gesellschaft tagtäglich vorkommen. Seit Samstagabend ist der Hashtag fast eine Millionen Mal gesendet worden. Zurzeit wird der Hasthtag etwa 24.000 Mal in der Stunde verwendet.

Man sollte nichts pauschalisieren. Nicht alle Männer sind gewalttätig. Ja es passiert, dass Menschen schlecht und unfair behandelt werden. Nein es gibt einen nicht das Recht, andere zu richten. Aufschreie gibt es viele und Amokläufe leider viel zu viele. Doch wenn ein Thema Wellen dieser Größe von Australien bis Österreich schlägt, kommt man nicht umher festzustellen: Ja Frauenhass, Gewalt gegen Frauen und Diskriminierung sind Themen, die viele Frauen betreffen und ein großes Problem. Leider immer noch.

 

(Anm. d. Redaktion: Wir haben uns entschieden, das "Abschiedsvideo" von Elliot Roger nicht in diesen Artikel einzubinden. Dessen Inhalt wurde von der Youtube-Community als potenziell anstößig und unangemessen eingestuft und kann für jüngere und sensible Zuschauer unangebracht sein.)