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Wird der Verlust von Modeste zu viel für den 1. FC Köln sein?

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 29. August 2017

Für den 1. FC Köln sieht es nach den ersten zwei Niederlagen in der Bundesliga schlecht aus. Das Spiel am ersten Spieltag ging mit 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach aus und war nicht der beste Start in die Saison, hätte aber auch weitaus schlimmer ausgehen können, wenn Torwart Timo Horn nicht so gut gespielt hätte. Auf dieses Ergebnis folgte aber eine Heimniederlage von 3:1 gegen den Hamburger SV. Köln lag bis in die 97. Minute 2:0 zurück, in der Frederik Sorensen ein Trosttor erzielte. Daraufhin sorgte Lewis Holtby aber direkt wieder für Ernüchterung und sorgte für den Endstand von 3:1. Was also läuft beim 1. FC Köln schief und wie wird es wohl weitergehen?

Zunächst hat der Verlust von Anthony Modeste dem Verein sehr zu schaffen gemacht. Der Franzose hat innerhalb von 73 Spielen 45 Tore für die Mannschaft geschossen, von denen 25 allein aus der letzten Saison waren. Er erzielte nur etwas weniger als die Hälfte der Tore für den Bundesliga-Verein und half so dabei, dass sie den 5. Platz erreichten. Im frühen Sommer dieses Jahres klopfte der Verein Tianjin Quanjian an der Tür und zunächst sah es während der Verhandlungen so aus, als würde Modeste seinem Verein treu bleiben. Dann aber kam es doch anders und Modeste wechselte für einen Deal von etwa 6 Millionen EUR zu Tianjin. Am Ende der Spanne von 2 Jahren kann dieser Deal dann für etwas weniger als 30 Millionen EUR zu einem festen Vertrag werden.

Es ist nicht schwer zu sehen, dass der Wechsel von Kölns bestem Torschütze, der in der letzten Saison im Übrigen auch einer der besten Stürmer der gesamten Bundesliga war, einen negativen Effekt auf den Verein hat. Sie haben ihn mit Jhon Cordoba ersetzt, aber ob er der Mann ist, der die enorm wichtigen Tore für Köln schießen kann, bleibt abzuwarten. Es waren wirklich Modestes Tore, die beim 1. FC Köln für den richtigen Takt sorgten und ohne ihn, scheinen sie ihren Rhythmus verloren zu haben.

Eine Sache ist aber sicher:  Der Verein hat eine Mannschaft, die es höchstwahrscheinlich wieder vom 17. Platz der Bundesliga nach oben schaffen wird. Schließlich wurden erst 2 Spiele gespielt. Trotzdem sollten sie versuchen, schnell wieder Fahrt aufzunehmen, denn zwei aufeinanderfolgende Niederlagen sind nie gut für die Moral. Bei ihrer nächsten Begegnung werden sie sicher darum bemüht sein, einen Sieg mit nach Hause zu bringen. Sie spielen gegen Augsburg und werden sicher versuchen, aus diesem Tief herauszukommen.

Sportingbet geht davon aus, dass dieses Spiel ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird, bei dem das Heimteam mit einer Quote von 2,45 favorisiert wird. Dem 1. FC Köln wird eine Wettquote von 2,70 zugeteilt. Dieses Aufeinandertreffen wäre die perfekte Gelegenheit für Köln, eine Gewinnserie zu starten, Selbstbewusstsein aufzubauen und wieder an den Erfolg zu glauben – vor allem, weil es ein Auswärtssieg wäre. Abgesehen davon wäre ein Sieg für Köln die ideale Vorbereitung für das Spiel gegen Borussia Dortmund, denn das wird definitiv ein schweres Match.

Der Verlust von Modeste hat sicher gravierende Auswirkungen auf Köln, aber dafür hat der Verein auch Verträge mit Talenten im Wert von etwa 30 Millionen Pfund geschlossen. Dabei handelt es sich zwar um junge Spieler, aber wenn diese erst Erfahrung sammeln und wenn Jhon Cordoba mit dem Torschießen loslegt, wird der 1. FC Köln ziemlich schnell nach oben klettern. Wenn es allerdings weiterhin eher schlecht läuft, wird man sich früher oder später der Frage stellen müssen, ob Modeste nicht doch wichtiger war, als bisher angenommen wurde.