Vergewaltiger vom Tahrir-Platz zu lebenslanger Haft verurteilt

von Portrait von Susanna Salber Susanna Salber
Veröffentlicht am 23. Juli 2014

In Kairo wurden hohe Strafen gegen mehrere Vergewaltiger verhängt. Im Januar 2013 hatten sie auf dem Tahrir-Platz im Zuge der Feiern zum zweiten Jahrestag des Sturzes von Husni Mubarak mehrere Frauen vergewaltigt. Insgesamt acht Angeklagte wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei weitere Angeklagte wurden zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Im Februar 2011 war der Tahrir-Platz eigentlich ein Ort des Friedens und des Aufbruchs geworden. Während der sogenannten Arabellion, die 2011 begann, trafen sich jeden Abend hunderte Menschen, um gegen Ex-Diktator Husni Mubarak zu demonstrieren.

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Doch für Frauen wurde der Platz zum Ort des Grauen. Immer öfter gab es Meldungen von regelrechten Massenvergewaltigungen. Am 25. Januar 2013 – dem zweiten Jahrestag des Sturzes von Husni Mubarak – wurden laut ägyptischen Menschenrechtsorganisationen mindestens 25 Frauen angegriffen, so cairoscene.com. Unter den Opfern waren laut dailymail.uk auch ausländische Journalistinnen: eine niederländische Journalistin und die britische Journalistin Natasha Smith. Das bekannteste Opfer war die südafrikanische Journalistin Lara Logan, die damals für CBS News vor Ort war. Am 11. Februar feierten die Gegner Mubaraks seinen Rücktritt. Lara Logan war damals auf dem Tahrir-Platz und wurde von 250 Männern umzingelt, die die südafrikanische Reporterin vergewaltigten. Die französische Reporterin Caroline Sinz wurde im November 2011 verprügelt. Unter dem Hashtag #EndSH werden Übergriffe diskutiert. Und auf der Seite harassmap.org werden Übergriffe gemeldet.

Das Urteil wurde live im Staatsfernsehen übertragen. Nach dem Urteilsspruch brachen Tumulte im Gerichtssaal aus. Die Verurteilten beklagten sich, sie würden unterdrückt werden, da sie – wie in Ägypten für Angeklagte üblich – in einem Käfig Platz nehmen mussten. Angehörige der Verurteilten prügelten sich mit Sicherheitsleuten des Gerichts. Die Angriffe auf Frauen begannen im Februar 2011 mit den Demonstrationen gegen Mubarak. Inzwischen ist dieser zurückgetreten. Staatschef Abdel Fattah al-Sisi setzte ein erstes Zeichen, dass die Opfer zu wenig beachtet werden, als er im Juni dieses Jahres ein Opfer im Krankenhaus besuchte. Es brauchte drei Jahre, damit Ägyptens Regierung und Justiz auf diese unfassbaren Taten reagieren. Endlich hat die Justiz auch ein Zeichen gesetzt.