Schlandkette, Radiohörspiele oder die Macht-Raute: Schlandet die Kanzlerin im Personenkult?

von Portrait von Susanna Salber Susanna Salber
Veröffentlicht am 20. September 2013

Angela Merkel hat es geschafft zur Mutti der Nation zu werden. Die Kanzlerin nimmt Kurs auf den Personenkult zu. Die CDU unterstützt dies. Auf einem Plakat am Berliner Hauptbahnhof von 70 mal 20 Metern sind nur ihre Hände in der bekannten Merkel-Raute-Position zu sehen. Der Slogan heißt: „Deutschlands Zukunft in guten Händen“.

Diese Handposition wurde anfangs noch verspottet, doch nun scheint sie Kult zu sein. Der Satiriker Friedeman setzte auf dem Plakat der Kanzlerin den Oberkörper von Mao Zedong auf. Friedemanns Kommentar auf Twitter: „Gelernt ist gelernt.“ Weitere Bilder zeigen als Oberkörper Monty Burns aus "Die Simpsons", Mini-Me aus "Austin Powers" und Darth Vader. Doch auch diese Presse trägt weiter zum Personenkult bei. Egal ob negativ oder positiv empfunden, all diese Figuren sind schließlich auch Kult.

Trägt die Kanzlerin beim Duell mit Peer Steinbrück eine Kette in Deutschland-Farben, wirkt fast alles Gesagte nach dem Duell unwichtig. Nur die 'Schland-Kette' stand im Fokus der Diskussionen nach dem Duell. Sogar die ausländische Presse bemerkt den Personenkult um die Kanzlerin. Nach dem Kanzlerduell sprach der britische Guardian sogar von Merkiavellismus.

Etliche Hörspiele wie „Angie und Peer – das letzte Duell“ auf Radiosendern auf WDR 2 drehen sich um die Kanzlerin und ihre Kollegen. Den laut Stern "monströs inhaltsleeren Personenkult" klagt Berlins SPD-Landeschef Jan Stöß an. Neidlos zugeben muss die SPD aber in meinen Augen, dass selbst bei größtem Bemühen kein Körperteil von SPD-Chef Peer Steinbrück so groß plakatiert werden könnte, wie die Hände der Kanzlerin.

Was halten Sie vom Personenkult im Wahlkampf? Sollte dieser deart im Vordergrund stehen?

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