Noch nicht rechtskräftig: Sieben Jahre Haft für Berlusconi

von Portrait von Bettina Pielka Bettina Pielka
Veröffentlicht am 25. Juni 2013

Silvio Berlusconi wurde gestern in Mailand zu sieben Jahren Haft und lebenslangen Ausschluss von öffentlichen Ämtern verurteilt: wegen Sex mit einer Minderjährigen und wegen Amtsmissbrauchs. Doch wie es scheint, wird das Urteil so schnell keine konkreten Folgen haben. Die Anwälte des Ex-Regierungschefs werden Berufung einlegen, und die italienische Justiz lässt sich mit Berufsverfahren viel Zeit.

Und selbst wenn das Urteil Rechtskraft erhielte, ins Gefängnis müsste der 76-Jährige dennoch nicht. Denn wie der Tagesspiegel schreibt, hat Berlusconi im Jahr 2005 schlau vorausschauend ein Gesetzt verabschieden lassen, das über 70-Jährigen das Gefängnis erspart. So müsste er bloß ein Hausarrest absitzen – und zwar in einer seiner zahlreichen Luxusvillen.

Es ist schon erstaunlich, dass Berlusconi im katholisch geprägten Italien mit seinen „Bunga-Bunga-Partys“ nicht für Entrüstung sorgt, sondern ganz im Gegenteil: im Februar kehrte er triumphal in die Politik zurück, zehn Millionen Italiener gaben ihm und seiner Partei „Volk der Freiheit“ ihre Stimme.