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Minimalistischer Wohnstil: Endlich frei von überflüssigem Ballast

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 15. Mai 2017

Minimalismus ist bei der Wohnraumgestaltung angesagter denn je. Der Wohnstil zielt jedoch keineswegs auf trostlose, karge Wohnlandschaften ab. Vielmehr geht es darum, Ordnung zu schaffen und das Zuhause so zu gestalten, dass es zu einem echten Ort der Entspannung wird. Ein weiterer Vorteil ist: Der Aufwand für die Haushaltspflege verringert sich deutlich.

Work-Life-Balance als Wohnphilosophie

Informationsflut, Hektik und ständige Erreichbarkeit bestimmen zunehmend unseren Alltag. Umso bedeutender ist mittlerweile der private Wohnraum als Rückzugsort. Wenn allerdings selbst in den eigenen vier Wänden das reinste Chaos herrscht, ist Erholung nahezu unmöglich.

Der minimalistische Wohnstil setzt hier zielgerichtet einen klaren Gegenpol zu den Stressfaktoren der Außenwelt. Das Wohnbild ist von ruhigen Farben in Weiß, Beige, abgestimmten Grautönen oder milden Erdtönen geprägt. Das Wohninventar ist drastisch reduziert und pflegeleicht. Darüber hinaus sorgt eine durchdachte Strukturierung dafür, dass Unordnung gar nicht erst entsteht.

Eine minimalistisch gehaltene Einrichtung befreit auch psychisch von unnötigem Ballast. Und da unnötige Aufräumarbeiten oder lästige Suchaktionen nach verlegten Alltagsgegenständen entfallen, bleibt auch mehr Raum für die Gestaltung der Freizeit.

Reduziertes Wohnen:

Am Anfang steht das gründliche Ausmisten

Eine der wichtigsten Bedingungen des puristischen Wohnkonzepts ist es, sich von Überflüssigem zu trennen. Nur weniges, was in deutschen Haushalten seit Jahren Schränke, Regale und Wohnecken bevölkert, wird tatsächlich auch benötigt – ob alte Bücher, Berge von Kleidern, das von der Großmutter geerbte 24-teilige Kaffeeservice oder eine Sammlung von Musik-CDs, deren Inhalt heutzutage auch ganz einfach online abgerufen werden kann.

Dabei gilt die Faustregel: Alles, was seit einem Jahr nicht genutzt wurde, kann weg.  Gegenstände, die entsorgt werden sollen, müssen dabei nicht einmal weggeworfen werden. So manches lässt sich über Kleinanzeigen oder Online-Plattformen wie E-Bay noch zu barer Münze machen. Stationen für Hilfsbedürftige freuen sich wiederum über gut erhaltene Dinge des alltäglichen Lebens wie Kleidung, Bettbezüge oder Küchenzubehör.

Mobiliar: Klasse statt Masse

Wenige, aber dafür hochqualitative, langlebige wie pflegeleichte Möbel sowie  cleverer Stauraum sorgen für ein rundum aufgeräumtes Erscheinungsbild. Wichtig: Der auf das Nötigste reduzierte Wohnbestand sollte stets seinen festen Platz haben, da er zum einen immer gleich mit einem Handgriff verstaut werden kann und zum anderen sofort gefunden wird, sobald er benötigt wird. So können Schlüssel, Regenjacke, Schirm und Hundeleine beispielsweise in einem Garderobenschrank an der Haustür untergebracht werden. Kleinteiliges wie Handwerks-Set oder Putzzubehör können in praktischen Boxen aufbewahrt werden.

Der minimalistische Bodenbelag

Leicht zu reinigende Bodengestaltungen aus Holzdielen, Laminat, Stein oder Marmor sind hier typisch. Teppichware wird, wenn überhaupt, bestenfalls in kleinem oder mittelgroßem Format als Eyecatcher ausgelegt. Böden, die ganzflächig mit Teppichen belegt sind, sind beim Minimalismus selten zu beobachten, da sie durch regelmäßiges Staubsaugen sehr viel mehr Pflegeaufwand benötigen und den Raum meist auch optisch verkleinern.

Schlanke Fensteroptik bevorzugt: Plissees, Rollos und Innenjalousien

Wahre Puristen mögen vielleicht sogar ganz auf jegliche Fensterausstattung verzichten. In vielen Wohnbereichen ist ein innenliegender Sonnenschutz rein praktisch betrachtet jedoch unverzichtbar – ob nun als Sichtschutz vor fremden Blicken oder auch als Schutz vor Blendungen und Hitze. Bei der puristischen Raumausstattung werden möglichst platzsparenden Sonnenschutztypen wie Plissee, Rollo oder Innenjalousien angebracht. Gegenüber Gardinen mit oftmals langteiligen Dekoschals haben sie eine sehr viel schlankere Optik und müssen auch nicht jährlich in der Waschmaschine gereinigt werden. Die Pflege erfolgt hier stattdessen mit einer weichen Bürste oder einem Microfasertuch.

Mancher Minimalismus-Wohnraum ist stilistisch an Industrie-Design oder Bauhaus angelehnt. Innenjalousien aus Aluminium unterstreichen den stärkeren formalen Charakter natürlich noch wesentlich besser als Textilstoffe. Im Gegensatz zu früher sind sie mittlerweile auch in allen erdenklichen Farbnuancen erhältlich – auch in sanfteren Farbabstufungen.

Und die Deko?

Auf Dekoration muss nicht verzichtet werden – sie kommt aber ebenfalls reduziert zum Einsatz. Das kann zum Beispiel eine Vase mit frischen Schnittblumen, ein Pflanzentopf, vereinzelte Dekokissen oder eine Schale mit Obst sein, die bewusst als Akzent gesetzt werden. Auch hier gilt: Wer weniger Dekoelemente in Wohnung und Haus hat, hat de facto auch weniger Staubfänger und spart entsprechend wieder viel Zeit beim Hausputz.