Militärmaschine mit Opfern in Eindhoven gelandet

von Portrait von Susanna Salber Susanna Salber
Veröffentlicht am 29. Juli 2014

40 niederländische Opfer des Flugzeugabsturzes der Maschine MH 17 der Malaysia-Airlines wurden am 23.Juli nach Eindhoven geflogen. Sechs Tage nach dem mutmaßlichen Abschuss der malaysischen Maschine mit 298 Toten sind die ersten Opfer von einem niederländischen Hercules-Transportflugzeug und einer australischen Maschine in die Niederlande geflogen worden. Insgesamt waren 193 Opfer Niederländer.

Wer sich heute in der kleinen Stadt Eindhoven aufhält, dem bleibt der Atem weg. Hunderte Menschen stehen an der Straße, um den Toten des Flugzeugabsturzes die letzte Ehre zu erweisen. Auch das niederländische Königspaar Willelm-Alexander und Máxima sowie der Ministerpräsident Mark Rutte sind da, um die Opfer des Flugzeugabsturzes zu würdigen. Ein ganzes Land steht still in der gemeinsamen Trauer. Ab 16:00 – als die beiden Flugzeuge landeten – hielt das ganze Land eine Schweigeminute ein. Sogar am Flughafen Schipol legte die komplette Belegschaft die Arbeit nieder, so der Volkskrant. Es ist der erste nationale Trauertag seit 1962 in den Niederlanden.
Mit Trauerflor und Halbmastbeflaggung will sogar der niederländische Sport der Opfer des Flugzeugabsturzes gedenken. Ajax Amsterdam und weitere Fußball-Topklubs, wie Feyenoord Rotterdam beschlossen zu Testspielen in der kommenden Saison mit Trauerflor anzutreten. Bis Sonntag werden auf mehreren Sportveranstaltungen die Flaggen auf halbmast wehen. Auch die Downing Street hat heute die niederländische Flagge auf Halbmast gehisst, zum Zeichen der Anteilnahme. Vor dem Abflug aus der ukrainischen Stadt Charkiw fand eine Gedenkzeremonie statt. Die Särge wurden von einer Ehrenwache in die Flugzeuge gebracht.
In einer Kaserne von Hilversum wird in den nächsten Tagen und Wochen die Obduktion der Verstorbenen beginnen. Nach der Bergung der Leichen hatte es starke Kritik an der Art und Weise gegeben, wie die sterblichen Überreste behandelt wurden. Der niederländische Forensiker Peter Van Vilet lobte die Umgangsweise. Der BBC sagte er: „I think they did a hell of a job in a hell of a place“. Kritik war vor allem an der Kühlung des Zuges, in dem die Leichen nach Charkiw gebracht worden, geäußert worden. Zudem sei der Verbleib einiger Verstorbenen ungeklärt. Laut Tagesschau wies der Sprecher der OSZE-Delegation Michael Bociurkiw darauf hin, dass einige vielleicht niemals gefunden werden.
Die Flugschreiber sind mittlerweile in Großbritannien eingetroffen. Ukrainische Separatisten hatten die Flugschreiber Vertretern malaysischen Behörden übergeben. Unklar bleibt die Ursache des Absturzes. Das Flugzeug war am Donnerstag auf dem Weg von den Niederlanden nach Kuala Lumpur über der Ukraine abgestürzt. Die „Frankfurter Zeitung“ berichtete über Aussagen von Separatisten, sie hätten den Befehl bekommen die Piloten des Flugzeugs festzunehmen. Demnach wären die Separatisten davon ausgegangen, ein ukrainisches Militärflugzeug abgeschossen zu haben. Die Piloten hätten sich in dem Fall mit einem Fallschirm retten können.
Das würde Angaben untermauern, die die ukrainische Armee direkt nach dem Vorfall gemacht hatte. Der Separatistenführer Igor Strelkow stellte kurz nach dem Absturz der Boeing 777 beim russischen Facebook-Konkurrenten VKontakte folgenden Eintrag: "Wir haben gerade eine An-26 abgeschossen" - ein Transportflugzeug der ukrainischen Luftwaffe. Dieser VKontakte-Eintrag wurde später aber wieder gelöscht.