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IKEA in Deutschland - was ist dran am schwedischen Möbelhaus?

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 4. April 2017

IKEA kennt in Deutschland fast jedes Kind. Das erste deutsche IKEA-Möbelhaus entstand bereits in den siebziger Jahren. Es wurde in Eching bei München errichtet (in München befindet sich auch die Hauptfiliale von IKEA-Deutschland). Mit seinem Fokus auf "skandinavisches Wohnen" traf es damals genau den Nerv der Zeit und mehr als zehn Jahre später waren es bereits fast 20 Einrichtungshäuser, die den bekannten Markennamen hierzulande trugen. Heute gibt es in Deutschland 51 IKEA-Möbelhäuser und es sind noch mehr geplant.

IKEA hat in Deutschland eine langjährige Geschichte. Zu den ältesten Filialen gehören Berlin-Spandau, Stuttgart, Köln-Godorf, Kassel, Fürth und Freiburg im Breisgau. Den IKEA-Konzern selbst gibt es schon seit den frühen 40er Jahren, er wurde von dem Schweden Ingvar Kamprad gegründet und gehört heute einer niederländischen Stiftung. Laut der Website Berufsstart gründete Kamprad IKEA im Alter von 17 Jahren und der Name besteht aus seinen Initialien und dem Hof und Dorf, aus dem er stammt: Ingvar Kamprad aus Elmtaryd in Agunnaryd.

IKEA ist als schwedisches Einrichtungshaus bekannt, das relativ günstige, aber hochwertige Möbel in einem klassischen Stil anbietet, der für fast jeden Geschmack geeignet ist. Bekannterweise müssen die Möbelstücke selbst zusammengebaut werden oder können für einen Aufpreis von IKEA-Mitarbeitern aufgestellt werden.

Die Möbelnamen, die jeder kennt

Mindestens genauso bekannt sind die verschiedenen Namen, die die Möbelstücke tragen, wie z. B. das Billy-Regal. Aber woher stammen diese Namen eigentlich? Das Internetportal Gutscheinpony erklärt, wie die Namen ausgesucht werden. Die Möbel werden in Kategorien eingeteilt, also zum Beispiel in Bücherschränke oder Küchenartikel und diese erhalten wiederum Namen aus einer anderen Kategorie, z. B. norwegische Ortsbezeichnungen oder skandinavische Jungennamen (Billy). Auch Tiernamen werden vergeben, wie für Kinderartikel, und Mengenangaben und Monatsbezeichnungen sind auch mit dabei. Übrigens hat die Benennung von Teppichen in dänische Ortschaften den einen oder anderen dänischen Bürger beleidigt, da es den Anschein habe, so meinen sie, man trete darauf herum. 

Unterschiede bei den IKEA-Filialen

Die meisten IKEA-Filialen gleichen sich, doch es gibt einige leichte Unterschiede. Ein solcher Unterschied ist bei IKEA Altona in Hamburg-Altona ersichtlich, das ein sogenanntes City-IKEA darstellt. Es befindet sich, nicht wie die meisten IKEA-Filialen, etwas außerhalb des Stadtzentrums, sondern mitten in der Stadt und ist so ausgerichtet, dass es Besucher direkt aus der Fußgängerzone anzieht. Es ist daher von der Fläche her kleiner als andere IKEA-Filialen und besitzt mehrere Stockwerke. Ein Restaurant gibt es auch hier, das mit den klassischen schwedischen Fleischbällchen viele Besucher anzieht.

Neue Filialen geplant

Das Unternehmen befindet sich weiterhin im Wachstum und es sind mehrere neue Häuser in Planung. In Magdeburg und Wetzlar ist die Eröffnung für dieses Jahr im Mai geplant und im nächsten Jahr sollen Karlsruhe und Bottrop hinzukommen. Bis 2019 sollen außerdem Möbelhäuser in Nürnberg und Memmingen entstehen. Das Geschäft in Memmingen ist bis Ende 2019 zusammen mit einem Fachmarktzentrum geplant, das bei Einwohnern nicht unumstritten ist. Manche befürchten, dass die Geschäfte der Innenstadt dadurch weniger häufig besucht werden und viele ihre Einkäufe stattdessen im Fachmarktzentrum tätigen werden. Laut dem Bayerischen Rundfunk gab IKEA bekannt, dass das Einrichtungshaus nur mit dem Fachmarktzentrum zusammen entstehen würde, da es sonst "nicht wirtschaftlich" sei.

Der Bekanntheitsgrad des Möbelhauses lässt nicht nach und das Unternehmen wächst nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Ein Grund dafür ist die hochrangige Vermarktung, durch die sich ein festes Bild der Firma und davon, was IKEA repräsentiert, bei der Öffentlichkeit gebildet hat. Wer das nächste Mal eine IKEA-Filiale besucht, der weiß zumindest ein wenig mehr über die Hintergründe des Unternehmens.