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Handgemachtes liegt im Trend - Einladungskarten selbst gestalten

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 18. November 2017

Für Kinder ist die Welt noch in Ordnung: Zum fünften Geburtstag wird mit den Freunden aus dem Kindergarten eine Dinosaurier-Jurassic-Park-Party gefeiert, und die passenden Einladungskarten bastelt der Sohnemann mit Mama zusammen selbst. Ist ja auch kein Thema - fünfter Geburtstag heißt, dass maximal fünf Kinder eingeladen werden. Ein Bastelnachmittag stärkt die Eltern-Kind-Bindung, fördert die motorischen Fähigkeiten des angehenden Dinosaurier-Jägers und macht außerdem noch eine Menge Spaß. Und bei den kleinen Gästen dürften die liebevoll aus verschiedenen Papieren und mit viel Glitzerkleber gestalteten Karten auch gut ankommen. Aber was ist, wenn Oma ihren 75. Geburtstag feiert? Natürlich keine Dinosaurier-Party, das versteht sich von selbst. Aber selbstgebastelte Karten liegen auch hier im Trend.

Mit Stoffblumen, Mask-Tape und Stempeln

Erwachsene gestalten ihre Einladungskarten natürlich etwas anders als Kinder. Anstelle des Glitzerklebers darf es der unsichtbare Bastelkleber sein, und manchmal kommt sogar die Heißklebepistole zum Einsatz. An Material steht ungleich mehr zur Verfügung: Kunstvoll gestaltete Blumen, Sterne und andere Ornamente aus Draht, Fäden oder Spitze werden auf edlen Papieren angebracht. Und mit Stempeln lassen sich einheitliche Texte aufdrucken.

Do-It-Yourself liegt im Trend. So wie selbstgebackenes Brot und Craft Beer ist auch das eigenhändige Gestalten von Einladungskarten als zeitgenössische Hinwendung zum Ursprünglichen, handwerklichen zu werten. Und natürlich sind gemeinsam verbrachte Stunden am Basteltisch auch irgendwie sozialer Kit.

Alternative Drucker?

Seit Computer, kreative Software und hochwertige Druckgeräte erschwinglich geworden sind, ist die Versuchung groß, die Einladungskarte für die Silberne Hochzeit, für die Taufe oder das Jubiläum nicht mehr von Hand zu basteln, sondern tatsächlich am Computer zu erstellen. Die Software ist in den meisten Fällen leiht zu bedienen, so dass auch Laien akzeptable Ergebnisse erzielen können. Allerdings ist der Betrieb des Druckers zu Hause immer noch recht kostenintensiv.

Online-Druckereien haben in der Regel Vorlagen, die über wenige Clicks und auf der Basis einer Schritt-für-Schritt Erklärung konfiguriert werden. Dadurch ist die Erstellung individueller Einladungskarten mit sehr geringem Aufwand möglich. Von verschiedenen hochwertigen Papieren über unterschiedliche Formate, Rahmengestaltungen, Schrifttypen und vorgegebenen Abbildungen bis hin zum Upload eigener Fotos ist alles möglich.

Sammeldruckverfahren sind umweltfreundlicher als der heimische Drucker

Umweltschutz, Nachhaltigkeit und insbesondere der Klimaschutz sind heutzutage werbewirksame Schlagworte. So ganz einleuchtend klingt das nicht, wenn die großen Onlinedruckereien versprechen, nachhaltig und klimafreundlich zu arbeiten. Immerhin verbraucht alleine die Bestellung und Konfigurierung der Karten über das Internet Unmengen an Strom - was ist daran klimafreundlich?

Die Antwort ist etwas komplizierter. Die großen Druckereien sammeln Aufträge und verteilen sie so, dass die verwendeten Papierbögen maximal ausgenutzt werden und wenig bis kein Rest bleibt. Dadurch können immer viele Aufträge gleichzeitig abgehandelt werden, die Druckmaschinen sind ausgelastet. Gleichzeitig ermitteln die Druckereien den CO2-Ausstoß, und hier wird von der Produktion der verwendeten Farbstoffe über den Arbeitsweg der Angestellten bis hin zur Entsorgung von Papierresten wirklich alles berücksichtigt. Dieser Wert wird über den Kauf von Umweltzertifikaten so weit wie möglich ausgeglichen. Es werden also Gelder bereitgestellt oder Maßnahmen ergriffen, die ausgestoßene Menge CO2 auch wieder zu binden.

Aber macht die Bestellung über das Internet wirklich so viel Spaß wie die Karten selbst zu schneiden und zu bekleben? Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.