glutenfreies Brot mit Avocadocreme - (c) Deborah Helfrich /Stadtmagazin.com © Deborah Helfrich /Stadtmagazin.com

Glutenfrei leben

von Portrait von Deborah Helfrich Deborah Helfrich
Veröffentlicht am 17. Juni 2016

Seit etwas mehr als acht Jahren leide ich an Zöliakie, einer Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten. Leiden ist vielleicht das falsche Wort dafür. Die Zöliakie ist keine Krankheit, da man bei einer glutenfreien Ernährung völlig gesund ist. Sie ist auch keine Allergie, da man beim Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln zwar Symptome, wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder auch Durchfall bekommen kann, aber keine allergische Reaktion oder sogar einen Schock erleiden wird.  Trotzdem kann sie gefährlich werden, da ein Nichteinhalten der glutenfreien Ernährung für Zöliakie-Betroffene zu körperlichen Schäden bis hin zu Krebs führen kann.

Was ist Gluten?

Gluten ist ein Protein, welches unter anderen in den Getreidesorten Weizen, Roggen, Dinkel und Gerste enthalten ist. Wir lieben diese Getreidesorten und nutzen sie so häufig, weil eben das Gluten dafür sorgt, dass der Teig so schön zusammenklebt und sich gut formen lässt.

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Man merkt schnell, wenn ein Brot nicht aus glutenhaltigem Getreide ist, da es leicht auseinanderbröckelt und leider oft nicht in ganzen Scheiben aus der Verpackung kommt. Bindemittel, wie Johannisbrotkernmehl oder auch Xanthan werden bei glutenfreien Backwaren als Ersatz für das Klebeprotein verwendet.

Was macht Gluten mit dem Körper?

Die Symptome einer Zöliakie sind vielfältig. Während sehr viele, wie oben beschrieben an Störungen im Verdauungstrakt leiden, hatte ich immer ein Gefühl von Übelkeit. Sie war irgendwie immer da. Mal stärker, mal schwächer. Dazu hatte ich immer das Gefühl, dass mir etwas auf der Brust sitzt. Als ob mir das Essen vor dem Magen stehen und einfach nicht weiterrutschen wollte. Ich schleppte mich eine ganze Weile so herum und wusste nicht, was mit mir los war. Leider blieb meine Zöliakie auch eine ganze Weile undiagnostiziert, weil man eher von einer üblichen Gastritis (Magenschleimhautentzündung) ausging.

Was sind die Folgen einer unbehandelten Zöliakie?

Als mir früh morgens nach dem Genuss eines typischen Weizenbrötchens zum Frühstück plötzlich ein halber Zahn wegbröckelte, wusste ich, dass es meinem Körper schlechter ging, als ich dachte. Nach einer Blutuntersuchung wurde vermutet, dass ich an einer Glutenunverträglichkeit litt. Eine Magenspiegelung beim Gastroenterolgen mit dazugehöriger Untersuchung der Dünndarmschleimhaut bestätigte diese Vermutung. Die Dünndarmschleimhaut ist für die Nährstoffaufnahme aus unseren verzehrten Speisen zuständig. Ist die Schleimhaut kaputt, wird der Körper nicht mehr mit lebenswichtigen Stoffen, wie zum Beispiel Vitaminen, Mineralien oder Kohlehydraten versorgt. Gluten zerstört bei bestimmten Menschen die Dünndarmschleimhaut (Zottenatrophie) und verhindert somit die Aufnahme von Nährstoffen.

Für immer glutenfrei

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Für jemanden der die Diagnose Zöliakie bekommt, heißt es für immer eine glutenfreie Ernährung einhalten zu müssen. Ansonsten riskiert man aufgrund der Schädigung der Dünndarmschleimhaut Mangelerkrankungen, wie zum Beispiel Osteoporose, Gelenkentzündungen und Eisenmangelanämie. Auch erhöht sich das Risiko von Darmkrebs. »Nie wieder Gluten« heißt die Devise, wenn man weiterhin unbeschwert und gesund leben möchte. Aber keine Angst! Die Alternativen zu Weizen & Co. schmecken auch sehr lecker und sogar oft gleich.

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