#Dontshoot! Hände hoch, nicht schießen!

von Portrait von Susanna Salber Susanna Salber
Veröffentlicht am 1. Januar 1970

Am 9.August wurde der 18 jährige Michael Brown in Ferguson (USA) von einem Polizisten bei Unruhen erschossen. Die Umstände sind immer noch ungeklärt. Zeugen bestätigten, der Junge sei unbewaffnet gewesen. Demnach hätte der weiße Polizist den schwarzen Teenager grundlos erschossen. Die Wut erzürnt mittlerweile das ganze Land. Unter dem Hashtag #dontshoot hat der Zorn das Internet erobert.

Auf dem Times Square heben Tausende Menschen ihre Hände in die Höhe. Sie demonstrieren im Gedenken an den erschossenen Michael Brown. Der 18 jährige wurde vergangenen Samstag in der Kleinstadt Ferguson während Unruhen erschossen. Die Ausschreitungen sind nach seinem Tod noch heftiger geworden. Der Schütze gab an, von Brown attackiert worden zu sein und dementsprechend in Notwehr gehandelt zu haben. Doch Augenzeugen berichteten, der afroamerikanische Junge sei unbewaffnet und friedlich gewesen.

958 Meilen trennen New York und die Kleinstadt Ferguson im Bundesstaat Missouri, doch die Empörung bringt die Demonstranten zusammen im Kampf gegen den Rassenhass. Während die Versammlungen in New York noch friedlich von statten gehen, ist in Ferguson eine bürgerkriegsähnliche Szenerie ausgebrochen. Allabendlich liefern sich die Bewohner der Stadt Kämpfe mit der Polizei. Mit gepanzerten Fahrzeugen, in Tarnkleidung und bewaffnet mit Tränengasgranaten begegnen die Polizisten der aufgebrachten Masse. Zwei Journalisten wurden diese Woche während der Unruhen festgenommen. Ein Journalist, Wesley Lowery von der „Washington Post“, wurde dabei nach eigenen Angaben an den Händen gefesselt und gegen einen Automaten gestoßen. In einem Handyvideo kann man die Festnahme sehen: (http://www.washingtonpost.com/politics/in-ferguson-washington-post-reporter-wesley-lowery-gives-account-of-his-arrest/2014/08/13/0fe25c0e-2359-11e4-86ca-6f03cbd15c1a_story.html?wpmk

Die Bewohner plündern Geschäfte und werfen mit Molotowcocktails. Die Krawalle steigern sich immer mehr und ein Abebben ist nicht in Sicht.
Studenten der Howard University haben ein Foto von sich gepostet, auf dem sie die Hände hochheben. (https://twitter.com/hashtag/DONTSHOOT?src=hash)
Die Universität ist eine der sogenannten Historically Black Colleges and Universities. Diese Hochschulen wurden vor 1964 für schwarze Studenten gegründet. Auch New Yorks (http://new.livestream.com/JamesFromTheInternet/events/3277196) Touristenattraktion Nummer eins – der Times Square – verwandelt sich jeden Abend in ein Meer aus hochgehobenen Händen. Begleitet werden diese Aktionen von dem Hashtag #dontshoot im Internet, während sich Tausende versammeln um gemeinsam die Hände in den Himmel zu strecken.

US-Justizminister Eric Holder hat bereits versichert, den Tod de Jungen umfassend aufzuklären. Doch die Polizei weigert sich weiterhin, Informationen über den Schützen zu veröffentlichen. Hacker nutzten die aufgebrachten Emotionen und veröffentlichten den Namen eines Polizisten, der der vermeintliche Schütze sein sollte. Doch es war eine Falschmeldung. Präsident Obama verkündete seine Trauer und sein Bestürzen über den Tod des Jungen via Twitter: „ Der Tod von Michael Brown ist herzzerreißend.“ Er ruft auch zur Ruhe in der Kleinstadt auf: „Es ist an der Zeit für Ruhe und Frieden in den Straßen von Ferguson.“ (http://www.whitehouse.gov/the-press-office/2014/08/12/statement-president-passing-michael-brown/?utm_content=20140812_bo_statement-president-passing-michael-brown_share_1&source=socnet_tw_MISC_20140812_bo_statement-president-passing-michael-brown_share_1&utm_medium=socnet&awesm=ofa.bo_s0cW&utm_campaign=MISC&utm_source=tw)
Michael Brown ist der dritte unbewaffnete Farbige, der in den vergangenen drei Monaten in den USA bei Polizeieinsätzen erschossen wurde: Am 17. Juli verstarb Eric Garner, sechsfacher Familienvater, bei einer Festnahme in New York. John Crawford wurde am 5. August in einem Supermarkt in Beavercreek, Ohio, erschossen. Der 22-Jährige hielt eine Spielzeugpistole in der Hand.