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Die KVB-Minute oder - Zeit ist relativ!

von Portrait von Deborah Helfrich Deborah Helfrich
Veröffentlicht am 1. Juli 2016

Wer kennt das nicht als Nutzer der Kölner Verkehrsbetriebe; man steht an der Haltestelle und schaut gespannt auf die Anzeigetafel. Wann kommt die Bahn oder der Bus denn endlich? Aha, nur noch fünf Minuten. Das geht ja schnell! Schnell? Pustekuchen, denn die Uhr tickt ein bisschen anders bei der  KVB.

Und die Zeit vergeht
 

Fünf Minuten kann bei der KVB viel bedeuten. Von sechs bis X Minuten ist da alles drin. Warum wird nicht die reale Wartezeit angezeigt, frage ich mich? Will man den wartenden Fahrgast in dem Glauben lassen, dass er nie wirklich lange auf sein Transportmittel warten muss? Die sprichwörtlich gestandenen Beine, die es sich in meinem Bauch bequem machen, sagen etwas anderes zu mir. Ich fühle mich ehrlich gesagt veräppelt und nicht nur mir geht es so. Bei Twitter gibt es hier und da süffisante Tweets von Fahrgästen mit dem Hashtag #kvbminute. Erklären kann sich auf dem Social Media Portal auch niemand, warum Wartezeit und Echtzeit in so großer Diskrepanz liegen. Ich betreibe Ursachenforschung.

Ein Blog für alle Fälle
 

In Zeiten von Social Web und absoluter Vernetzung der Menschen über Städte und Länder hinaus, muss sich jedes Unternehmen Gedanken darüber machen, wie es auf den zahlreichen Social Media Plattformen dargestellt wird. Beschwerden jeglicher Art können heutzutage auch in unserer deutschen Servicewüste schnell das Ende für oder zumindest einen starken Vertrauensverlust in die Corporate Identity bedeuten. Das weiß auch die KVB. Wie viele andere Unternehmen sind die Kölner Verkehrsbetriebe deshalb auch auf Facebook und Twitter vertreten. Dazu gibt es einen Blog, der wissbegierigen und verärgerten Fahrgästen erklären möchte, warum bestimmte Dinge so sind, wie sie sind.

Stefan Kascherus/Twitter.comStefan Kascherus/Twitter.com

Der Verkehr ist mal wieder schuld
 

Auf blog.kvb-koeln.de werden unter dem Titel »Menschen bewegen« viele Artikel über Ereignisse und Begebenheiten rund um Bus und Bahn veröffentlicht. Die Tag-Cloud beinhaltet sogar das Schlagwort »KVB-Minute«. Es bringt mich sofort zu einem Artikel mit der Überschrift »Das Geheimnis der KVB-Minute«. Das Unternehmen ist demnach auf Zack und weiß, dass unzufriedene Kunden in der heutigen Zeit kein Grund mehr zur Beweihräucherung sind. Ich lese den Blog-Artikel und es wird schnell technisch. Es geht um GPS und Koppelspulen, die beim Passieren durch die Bahn ein Signal senden, dass letztendlich die Wartezeit an der Anzeigetafel bestimmt. Diese setzt sich aus Fahrplandaten und Fahrzeit der Bahn zur nächsten Haltestelle zusammen. Letztendlich ist aber wieder der Verkehr in Form von Stau oder falsch geparkten Autos, die auf der Bahnschiene stehen, schuld. Dadurch könnte die Bahn nicht die nächste Koppelspule passieren und die angezeigte Zeit würde sich dementsprechend nicht ändern. So weit, so gut. Bei Bahnlinien, die nicht ihre eigene Fahrspur haben, sondern sich die Fahrbahn mit Autos, Motorrädern und Fahrrädern teilen müssen, ist diese Erklärung einleuchtend. Es gibt aber auch genug Linien, die ihre eigene Fahrspur haben und dessen Fahrgäste trotzdem in den zweifelhaften Genuss der KVB-Minute gelangen. Wie erklärt man sich das? Ein Stau auf den Gleisen oder falsch geparkte Fahrzeuge sind da sehr selten der Grund für eine Verspätung.

Die KVB-Minute ist und bleibt somit wohl ein Geheimnis, genau, wie es der Titel auf dem Blog der KVB aussagt. Also dann, frohes Warten!

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