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Die größten Frauenklischees: Welche stimmen wirklich?

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 16. Oktober 2017

Bekanntlich steckt in jeder Behauptung ein Körnchen Wahrheit. Aber wie sieht es bei gängigen Klischees über die Damenwelt aus? Können Frauen wirklich nicht einparken? Verbringen sie ihre Wochenenden tatsächlich mit Schminken und Prosecco trinken und kennen bei Shopping-Touren durch Schuhgeschäfte keine Grenzen?

Klischee Nr.1: Shopping als liebste Freizeitbeschäftigung

Ob in der Filiale vor Ort oder online: Während Männer nach dem nächsten Saturn oder Mediamarkt Ausschau halten, widmen sich Frauen auf direktem Wege der Mode und shoppen, was das Zeug hält. Frauen sehen anderen Frauen bei Sendungen wie Shopping Queen dabei zu, wie diese einkaufen. Männer konzentrieren sich derweil auf das, was sie benötigen, ohne auf Einzelheiten zu achten. Frauen stöbern deutlich lieber und bestellen doppelt so häufig wie Männer aus Langeweile. Männer kaufen, Frauen shoppen – dem, liebe Frauenwelt, ist tatsächlich so – zumindest beim Shoppen im Internet. Studien zufolge verbringen weibliche Konsumenten allein drei Jahres ihres Lebens damit, sich neue schöne Dinge anzuschaffen. Außerdem möchte frau sich mit ausgiebigem Shopping in erster Linie belohnen, entspannen oder aufheitern: Allein 40 Prozent der Frauen gehen laut einer Umfrage von Greenpeace regelmäßig shoppen, obwohl sie gar nichts brauchen – sind danach allerdings oft gestresster als zuvor.

Klischee Nr. 2: Frauen zocken nicht gerne

Ein süßer Asti-Sekt, alle Folgen von Sex and the City, der Lieblingspyjama, jede Menge Gesprächsstoff zum neuesten Schwarm und der Mädelsabend ist perfekt. Oder? Zwar wollen wohl die wenigsten Frauen auf gemütliche Runden mit ihren Freundinnen verzichten, genauso wenig aber auf Gaming: Frauen zocken einer Studie der Entertainment Software Association (ESA) zufolge mindestens genauso gerne wie Männer. Spielerinnen über 18 Jahre machen demnach mit 36 Prozent den größten Anteil der Gaming-Community aus. Allerdings variiert die Beliebtheit von Genre zu Genre: Die weibliche Zielgruppe erfreut sich vor allem an sogenannten Match 3 Games wie Tetris, Dr. Mario oder Candy Crush sowie Familien- und Farmsimulations-Games. MMOs, Shooter- und Sportspiele hingegen lässt sie links liegen. Das ist wohl einer der Gründe, warum es auf den einschlägigen Seiten für Browsergames inzwischen spezielle Kategorien mit Spielen für Frauen und Mädchen gibt.

Klischee Nr. 3: Frauen lesen mehr als Männer

Mit dem Vorurteil, dass sich nur Männer fürs Gaming begeistern können, geht auch einher, dass Frauen mehr lesen als die Herren der Schöpfung. Im Gegensatz zur Geschlechterverteilung bei PC- und Videospielen trifft das tatsächlich zu – zumindest noch. 2015 lasen 43 Prozent der Frauen mehrmals in der Woche oder täglich ein Buch und nur 26 Prozent der Männer. Das könnte sich jedoch in Zukunft ändern: Laut einer Studie zur Buch-Nutzung von Kindern ist der Anteil der Jungen zwischen 6 und 13 Jahren, die jeden oder fast jeden Tag lesen, nämlich innerhalb von zwei Jahren von 7 auf 12 Prozent gestiegen. Es gibt also Hoffnung, dass die Männer von morgen wieder mehr Wert auf Lesen als Freizeitbeschäftigung legen. Noch haben Frauen hier jedoch die Nase vorne. Der Schriftsteller Stefan Bollmann stellt in seinem Roman „Frauen und Bücher“ sogar die These auf, dass Literatur Frauen dazu diene, Konventionen und den Alltag hinter sich zu lassen und sich in eine abenteuerliche Welt zu träumen. Männer dagegen würden sachlicher lesen.

Doch aus welchen Gründen auch immer Frauen und Männer ihre Freizeit – mehr oder weniger –unterschiedlich gestalten – die Hauptsache bleibt, dass beide Geschlechter dabei Spaß haben.


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