Coca Cola, light, zero oder besser gar keine?

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 28. August 2013

Coca Cola macht sexy, sowohl Männer (zero) als auch Frauen (light). Gibt es bei den beiden Produkten überhaupt einen Unterschied? Kellnern fällt auf, Männer bestellen zero – mit den gedruckten Buchstaben auf schwarzem Hintergrund -  Frauen bestellen die Coke light – mit geschwungenem handschriftlichen Lettern auf silber-grauem Background. Beide Varianten von Coca Cola nutzen Aspartam als Süßstoff anstatt Zucker. Schmecken sie auch anders, oder ist das nur ein Marketing-Trick, damit auch Männer, die auf ihr Gewicht achten, wieder Cola trinken und mehr Profit gemacht werden kann?

Angeblich gibt es nur einen kleinen Unterschied bei den Säuerungsmitteln. So soll Cola light Zitronensäure enthalten, Cola Zero aber nicht. Die Zero schmecke fast ganz genau wie die originale Coca Cola mit Zucker. Schaut man sich die verschiedenen Werbesports für die beiden Produkte an, wird klar, dass es eigentlich nur darum geht beide Zielgruppen, Frauen und Männer, anzusprechen. Cola light war erstmals sicherlich für Frauen gedacht, die auf ihre Figur achten wollten, damit mehr muskulöse Männer sie attraktiv finden, wie in dem Werbespot von 1997 ersichtlich wird:

Cola Zero ist weniger „diät“ als vielmehr einfach cool. So soll sie von aktiven Männern, die viel Action und viel Sex in ihrem Leben (das stets von einem fetzigen Soundtrack begleitet wird) haben, getrunken werden:

Coca Cola versucht allerdings diesem Vorwurf, light und zero sei das Gleiche, einmal für Frauen und einmal für Männer, entgegenzuwirken. Angeblich schmecke die zero nämlich genau wie die normale Cola, anders als die light Version. Mit Hypnose versuchen sie jetzt Skeptiker zu überzeugen. Ob das eine wirksame Methode ist?

Coca Cola ist ein weltweites kapitalistisches Unternehmen, das schon oft wegen zweifelhaften Geschäften, vermeintlichen Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien und Umweltskandalen in Indien in die Kritik gekommen ist. Das Logo des Konzerns ist dauerhaft präsent, ob als Produkt, Sponsor oder Investor. Der Gedanke, dass man überall auf der Welt das Gleiche trinkt, macht Angst. Großen Unternehmen kann man meist schlecht Verbrechen nachweisen. Auf YouTube sind nicht nur die von Coca Cola produzierten Werbespots zugänglich, sondern auch ein Video, dass zum Boykott der Marke aufruft. Falls die Vorwürfe stimmen, welche Frage ist dann wichtiger, Cola light, Cola zero oder vielleicht doch lieber gar keine?

Das StuPa der  Uni Köln  hatte versucht nach dem Beispiel vieler anderer Universitäten in den USA und Europa Juni 2006 auf alle Produkte der Marke Coca Cola, darunter zählen auch Fanta, Sprite, Lift und Bonaqua zu verzichten. (Update: 29. August 2013) Dazu eine aktuelle Stellungnahme von der Evangelischen Studierenden Gemeinde (ESG) Köln:

"Die Initiative dazu kam von der Kolumbiengruppe in der ESG Köln. Leider ist es so, dass das StuPa damals (erstaunlicherweise sogar alle Fraktionen) den Boykott beschlossen hatte, dass aber das Kölner Studentenwerk den Beschluss leider nie richtig umgesetzt hat. Dazu waren sie auch nach etlichen Diskussions- und Informationsveranstaltungen nicht bereit. Das bedeutet leider, dass auch heute noch Produkte der Coca-Cola an der Uni (die hat keinen eigenen Versorgungsbetrieb)  verkauft werden."

Auf der Webseite "Kritischer Konsum" des Bund der deutschen katholischen Jugend sind einige Gründe für den weiteren Boykott der Marke angeführt.

Auch die ARD berichtete 2012 in "Der Coca-Cola Check" nicht nur über Inhaltsstoffe und Geschmack, sondern auch über die Arbeit des Konzerns, Auswirkungen in den Produktionsländern und dessen Fairness (ab Minute 31:48). Laut dieser Reportage gibt der Konzern jährlich 38 Millionen Euro für Schul- und Wasserprojekte aus, allerdings lag der Betrag für Werbung und Marketing letztes Jahr bei 4,2 Milliarden Euro und der Gewinn der gesamten Firma bei fast 8,6 Milliarden.

Coca Cola, light, zero oder besser gar keine?