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Cardistry – Die faszinierende Kunst der Kartentricks

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 4. Oktober 2017

Cardistry, was ist das? Die Frage stellen sich viele, die den Begriff zum ersten Mal hören. Das Wort stammt aus dem Englischen und wird von Linguisten als Kofferwort bezeichnet, da es sich aus der Kreuzung zweier Worte, in diesem Fall ‘card‘ (Karten) und ‘artistry‘ (Kunst) zusammensetzt. Bei der Kartenkunst geht es, im Gegensatz zur Magie, nicht nur darum Spielkarten verschwinden zu lassen, sondern auch um das Erzeugen von Illusionen, die durch das kunstvolle Mischen und Jonglieren von Spielkarten geschaffen werden.

Bei Cardistry handelt es sich aber nicht um einen neuen Trend, denn Cardistry wird schon seit dem 19th Jahrhundert von sogenannten ‘cardists‘ praktiziert.

Als Grobmotoriker kommt man also nicht weit. Um die Karten kunstvoll mischen zu können, brauchen die sogenannten Cardists viel Fingerfertigkeit, Präzision und Geschick. Ein Fehler und die Illusion platzt wie eine Seifenblase. Deshalb ist nicht nur Talent, sondern auch viel Übung gefragt. Tricks gibt es zu genüge und Einsteiger müssen allerhand lernen bevor sie ihr Publikum bezaubern können.

Wer gerade erst mit Cardistry anfängt, sollte zunächst versuchen einfache Tricks zu erlernen. Eine dieser Methoden für Beginner heißt Charlier Cut, wird aber auch häufig als Charlier Pass bezeichnet. Dabei wird das Kartendeck mit nur einer Hand in zwei Hälften geteilt. Der Charlier Cut ist die Grundlage für schwierigere Handfertigkeiten wie zum Beispiel dem Scissors Cut, dem Revolution Cut sowie Techniken bei denen die Karten gedreht, geschwungen oder gefächert werden.

Cardistry ist aber nicht nur ein Hobby. Die eindrucksvollen Kunstgriffe haben inzwischen ihren Weg auch in professionelles Terrain gefunden. In Casinos gehört Cardistry schon längst zum Entertainment Programm und wird in vielen Kartenspielen, wie beispielsweise beim Poker, integriert. Dabei werden die kunstvollen Fingerfertigkeiten an den Stil des Casinos angepasst. Auch Online-Casinos haben die Kunst der Kartentricks für sich entdeckt. Denn seit es Live-Casinos gibt, kann man sein Publikum auch über eine Kamera auf diese Weise unterhalten. Für viele ist Cardistry aber mehr als nur ein faszinierender Zeitvertreib. Für professionelle Cardists ist es ein Teil ihres Lebens.

Einer dieser professionellen Kartenkünstler ist der US-Amerikaner Lee Asher. Inspiriert durch seinen Vater praktiziert er schon seit seinen Kindertagen die Kunst der Kartentricks. Sogar Asher hat sich am Anfang schwergetan und ist nur durch gezieltes, reguläres Üben besser geworden. Dreißig Jahre später gehört er nun zu einem der berühmtesten ‘cardists‘. Zu seiner absoluten Lieblingsroutine gehört der vom französischen Magier Gustav Alberti erfundene Elevator Card Trick. Bei diesem Trick wird zuerst eine Karte aus dem Deck gewählt, um dann wieder im Deck zu verschwinden. Daraufhin schnipst der cardist mit seinem Finger und die ausgewählte Karte erscheint wie von Zauberhand ganz oben im Kartendeck.  

Neben Asher haben es auch weitere cardists durch viel Übung an die Spitze geschafft. Auf der Liste befinden sich unter anderem Dan und Dave, Paul Harris, Bill Kalush und Chris Kenner. Durch das Internet und YouTube gibt es mittlerweile viele talentierte Kartenmagier. Videoseminare von etablierten Künstlern helfen Einsteigern, die Fähigkeiten der Magie zu erlernen. Nur durch jahrelange Übung und Hartnäckigkeit kann man seine Fingerfertigkeiten in wahre Kunst umwandeln.