Bruno Ebermann - (c) Alexander Kappen © Alexander Kappen

Bruno Ebermann - Ein neuer junger Stern am Stuttgarter Gastrohimmel

von Portrait von Alexander Kappen Alexander Kappen
Veröffentlicht am 6. Juli 2015

Bruno Ebermann ist 23 Jahre alt und kam beim angesehenen deutschlandweiten Wettbewerb „Koch des Jahres“ unter die letzten Acht. Trotz seines jungen Alters hat er bereits in London, Sankt Moritz (Schweiz) und Melbourne (Australien) als Koch gearbeitet. Ein fester Händedruck, ein entschlossener Blick und die Motivation „ein sehr guter Koch im Bereich internationalem Fine Dining (Gehobene Küche) zu werden“. Bruno Ebermann ist jung, weiß aber schon genau was er will und hat bereits die halbe Welt gesehen und beim Wettbewerb „Koch des Jahres“ dutzende ältere Konkurrenten ausgeschaltet. Bei der internationalen Gastro-Meisterschaft dürfen Köche aus Deutschland, Schweiz, Österreich und Südtirol an den Start gehen. 80 Bewerbungen gab es in diesem Jahr. Bruno Ebermann erreichte - mithilfe der Unterstützung seines Bruders Jörg (18) das Finale der letzten Acht. Dies fand in Achern (Baden) statt und bestand aus dem Zubereiten eines Drei-Gänge-Menüs. „Die Konkurrenz war noch einen Tick stärker“, zog Bruno ein dennoch positives Fazit, denn „ich habe hier wieder viel dazugelernt, werde mich verbessern und nächstes Jahr wieder angreifen“.

Der 18-jährige Bruder hat eine Metzgerlehre absolviert und will aber auch in die Fußstapfen seines bekannten Vaters Jörg Ebermann treten. Der hat sich mit seiner Gaststätte „Linde“ bereits einen internationalen Namen gemacht und hatte bereits früher mehrere Länder bereist, um dort Kocherfahrung zu sammeln. Dies machte ihm sein 23-jähriger Sohn nach und toppte dies. Denn Bruno hatte nach seiner Kochausbildung in einem Schwarzwälder Feinschmecker-Lokal bereits einen guten Ruf in der Branche. Seine große Motivation und sein Können sprachen sich herum. So erhielt er eine Koch-Festanstellung in Sankt-Moritz (Schweiz), in London und Melbourne (Australien). „Ich habe dort unheimlich viel gelernt, aber nicht nur über die internationale Küche, sondern auch über Land und Leute“, resümiert der 23-Jährige glücklich.

In Australien jagte er mit seinen Kochkollegen Känguruhs in der Steinwüste (Outback) und legte mit einem Mietwagen rund 20 000 Kilometer zurück. „Australien ist ein wundervolles Land mit einer tollen Natur“, erinnert sich Bruno. Richtig Englisch zu lesen und zu sprechen lernte der 23-Jährige dabei erst auf seinen Kochreisen. „In der Schule hatte ich keine Lust Sprachen zu lernen, aber in London hatte ich keine andere Wahl“, erinnert sich der Meisterkoch lachend. Im australischen Outback jobbte Bruno kurze Zeit in einem Touristenlokal. „Dort stand mein libanesischer Boss dann im Unterhemd und Sandalen am Herd“, sagt der Oberboihinger, der stets seine feine weiße Kochjacke trägt und schüttelt immer noch den Kopf. Dort sei er lockerer geworden was die Umgangsformen in der Küche angeht. Bei seinem Vater, bei dem er nun wieder wohnt und in der Küche derzeit als Koch arbeitet, herrschte stets eine gesunde Strenge und Disziplin. „Das muss aber so sein, wenn man etwas erreichen will“, sieht der 23-Jährige ein.
Auf der Speisekarte der Linde stehen schwäbische Spezialitäten zu erschwinglichen Preisen und eben noch die gehobene Küche (Fine Dining). Zum Beispiel das Gericht „Sommersekt mit Steinpilzen, gebackenen Edelfischen und einem Käse Desert Teller“ für den stolzen Preis von 60 Euro. Der Vater von Bruno besitzt bereits einen „VIP Gourmet“, eine Art „kleinem Guide Michelin-Stern“. „Da möchte ich auch hinkommen“, gibt Bruno sein persönliches Ziel vor. Wer eventuell auch demnächst einmal Abenteuer in aller Welt erleben will, der kann sich in der Linde in Oberboihingen für eine Kochlehre bewerben. „Wir suchen derzeit mehrere Azubis, die den tollen Beruf des Kochs erlernen wollen“, macht Bruno Werbung für seinen Beruf.