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Aus dem Cockpit auf die Straße – Brillenklassiker Ray-Ban

von Portrait von Christine Pittermann Christine Pittermann
Veröffentlicht am 12. Oktober 2017

Eine Brille zu tragen, ist heute nicht mehr das notwendige Übel, als das es lange galt. Statt auf Kontaktlinsen umzusteigen, entscheiden sich immer mehr Menschen bewusst für die Brille – die Sehhilfe ist längst zum modischen Accessoire geworden. Dass das so lang gedauert hat, ist eigentlich verwunderlich, zumal es zeitlos schöne Brillenfassungen nicht erst seit gestern gibt. Bestes Beispiel: Die Modelle von Kult-Brillenhersteller Ray-Ban.

Militärischer Hintergrund

Wenn man sich das Sortiment des Labels anschaut, stellt man fest: In Bezug auf verschiedene Gestellausführungen ist so ziemlich alles dabei, was das Herz begehrt, von der randlosen Brille bis zu Designs, die mittlerweile als Klassiker gelten. Angesichts dieser breiten Auswahl fällt es leicht zu vergessen, was der Marke den heutigen Kultstatus beschert hat.

Der Weg dorthin begann nämlich im Jahr 1929 mit einem Auftrag der US-Luftwaffe an den Optikkonzern Bausch & Lomb, der heute noch vor allem Kontaktlinsenträgern ein Begriff sein dürfte. Das Anliegen der Militärs damals: Die Entwicklung einer Brille, die die Piloten der immer leistungsfähigeren Kampfflugzeuge vor der Einstrahlung und insbesondere vor dem Blendeffekt der Sonne schützen sollte. Das Projekt wurde von Bausch & Lomb in eine eigene Firma ausgelagert, die den Namen Ray-Ban bekam. Das bedeutet ungefähr so viel wie „Strahlensperre“, die Firmenbezeichnung beschrieb also die Eigenschaften des Endprodukts. 1937 war die Entwicklung abgeschlossen, und das erste Ray-Ban-Modell war einsatzbereit: Die Aviator, deren Name ein Synonym für „Pilot“ oder „Flugzeugführer“ ist.

Die Brille der Stars

Neben der Aviator steht das Modell Wayfarer, das in den 1950er-Jahren erstmals auf den Markt kam, ganz oben auf der Liste der Ray-Ban-Klassiker. Der ikonische Status der Sonnenbrillen aus dem Portfolio des Herstellers, der heute in italienischer Hand ist, kommt aber nicht von ungefähr: Berühmt wurden die eigentlich vor allem auf Praxistauglichkeit getrimmten Gestelle dadurch, dass allerlei berühmte Zeitgenossen ein Faible für sie entwickelten. Showgrößen von Marilyn Monroe bis Madonna trugen gern die Aviator, auch John F. Kennedy war ein Fan der Pilotenbrille. Zudem war sie im Filmhit Top Gun auf der Nase von Tom Cruise zu sehen und gilt auch heute noch als stilvolles Accessoire.

Kinofilme sind seit jeher ein Top-Werbeträger für Ray-Ban: Die Verkaufszahlen der entsprechenden Modelle schossen jeweils in die Höhe, als die Protagonisten in Blues Brothers Wayfarer-Brillen trugen, bei Men in Black stellte sich ein ähnlicher Erfolg ein. Dass es so weit kommen würde, hätte 1929 sicherlich auch im Hause Ray-Ban niemand wirklich geglaubt.