Qual der Wahl: Wahl-O-Mat oder Bundeswahlkompass?

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 2. September 2013

Das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück hat wider Erwarten keine Klärung gebracht? Wie wäre es dann mit einer Entscheidungshilfe aus dem Internet? Ist der schon etwas länger etablierte Wahl-O-Mat die beste Lösung? Wir haben uns auch den von den Universitäten Bamberg und Amsterdam neu entwickelten Bundeswahlkompass angeschaut. Wo sind die Unterschiede und welche Wahlhilfe sollte man wählen?

Wie im Artikel zur Bitkom-Studie über die Informationsbeschaffung im Internet bereits analysiert, stellt der Wahl-O-Mat eine Hilfe zur parteilichen Orientierung dar. Er beinhaltet insgesamt 38 Fragen, die sowohl von den einzelnen Parteien als auch von jedem User persönlich beantwortet werden. Was dann am häufigsten übereinstimmt verrät welche Partei am besten zur eigenen Meinung passt.

Die Wahlhilfe 'Bundeswahlkompass' der Unis Bamberg und Amsterdam orientiert sich direkt am jeweiligen offiziellen Parteiprogramm. Die Fragen werden also nicht von den Parteien selbst beantwortet und ausgewählt, sondern von den Machern der Seite. Das garantiert eine gewisse Objektivität und Nachvollziehbarkeit, die durch die Seitenangaben der Parteiprogramme gegeben wird.

Des Weiteren gibt es beim Bundeswahlkompass kein Ranking von 1. bis 10. welche Partei zur eigenen Einstellung passt, sondern es wird ein Plan des persönlichen politischen Umfelds gezeichnet. Man kann selbst feststellen, welche Parteien ähnliche Interessengebiete haben wie man selbst. Die Daten, die in den Bundeswahlkompass eingegeben werden, scheinen für weitere Analysen oder Meinungsforschung verwendet zu werden, da man unter anderem sein Alter und Geschlecht angeben soll. Die Fragen zu den einzelnen Kandidaten (Wie sympathisch finden Sie die folgenden Politiker?) tragen laut Seite nicht zum Ergebnis der Position im politischen Spektrum bei. Man kann nur vermuten, dass die Informationen genutzt werden, um herauszufinden, welche Partei und welcher Politiker in welchen Zielgruppen besonders beliebt sind. Alle antworten bleiben jedoch anonym.

Der Bundeswahlkompass bietet eine gute Alternative zum Wahl-O-Mat. Er stellt zwar weniger Fragen, gibt aber einen größeren Spielraum für Antworten. Das Ergebnis ist übersichtlicher und wirkt nicht so endgültig wie beim Wahl-O-Mat. Letzendlich bleibt die Wahl aber noch immer am Wähler hängen, zur Urne gehen die Internet-Apps dann doch noch nicht.

Die internationale Version 'political compass' bietet einen Überblick über die Orientierung berühmter politischer Figuren der Verangenheit. An welchem Punkt der Skala waren diese angeordnet und wo findet man sich selbst im Vergleich wieder? Wer möchte, kann dann sogar eine eigens angefertigte Charikatur mit den Repräsentanten (Ghandi, Hitler, Stalin...) und sich selbst bestellen.