Gibt das Stimmen? Streaming-Seite "Movie2k" leitet Homepage zur Piratenpartei um

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 19. August 2013

Endlich Feierabend, jetzt noch schön gemütlich einen Film oder eine Folge der Lieblingsserie auf dem Sofa anschauen. Viele illegale Streaming-Seiten machen dieses kostenlose Vergnügen möglich. Movie2k gehörte dazu, doch seit Juni 2013 wird man überraschenderweise zur Piratenpartei umgeleitet, wenn man die Seite aufrufen möchte. Wird dieser clevere Trick den Piraten helfen mehr stimmen bei der Wahl zu gewinnen?

Mittlerweile müssten es alle Internet-Streamer mitbekommen haben, Movie2k existiert nicht mehr auf der alten Domain, allerdings sind jetzt Filme auf Movie4k illegal verfügbar gemacht. Die Piratenpartei steht laut eigener Aussage nicht für illegale 'Umsonst-Kultur', sondern für die Stärkung von Urheberrechten und für legales, frei verfügbares Filesharing. Auf der neu kreierten Seite, die man erreicht, wenn man Movie2k ansteuert, ist zu lesen: 

„Sorry. Wir wissen auch nicht, was mit Movie2k passiert ist. Uns gehört die Domain nicht, es wurde von den Betreibern nur auf uns umgeleitet.“

Und dann nutzen die Piraten die erhöhte Aufmerksamkeit natürlich um auf ihr Wahlprogramm und ihre Forderungen hinzuweisen. Ein reformiertes Urheberrecht gehört allerdings nicht zur einzigen Aufgabe, die sich die Piraten stellen. Kunst und Kultur sollen durch freie Zirkulation im Internet unterstützt, Nischenkünstlern mehr Chancen gegeben und die eigentlichen Erschaffer eines Films, eines Liedes, eines Fotos, mehr Rechte zugestanden werden. Weitere Ziele sind unter anderem freie Bildung für alle und die Einführung eines bedingungsloses Grundeinkommens.

Laut den aktuellen Wahlprognosen sieht es trotz gestiegener Internet-Aufmerksamkeit für die Piratenpartei nicht allzu gut aus. Sie kommen laut Forsa nicht über die fünf Prozent Hürde. Weder die Schließung von Movie2k noch die Prism Affäre konnte das beeinflussen. Aber wer weiß vielleicht ändern die User noch ihre Meinung bis zur tatsächlichen Wahl.

Ohne Frage wird eine große Mehrheit der Internet Konsumenten weiterhin Filme illegal streamen oder sogar downloaden. In Deutschland hat es bis jetzt kein legales Streaming-Portal geschafft die Erfolgsquote von ausländischen Unternehmen wie zum Beispiel netflix in den USA zu erreichen. Eigentlich wäre allen mit einer billigen, legalen Lösung geholfen, denn das verbotene streamen ist nicht sehr luxuriös, meist ist es nur in schlechter Qualität möglich, stockt oder bricht bei der Hälfte ab. Qualitativ hochwertige Filme in Originalfassung schauen würde den Konsumenten als auch den Künstlern, die sich schließlich viel Mühe gegeben haben um ein möglichst gutes Werk zu produzieren, zu Gute kommen. Watchever ist ein neues deutsches Portal, was dieses Ziel für 8,99 Euro im Monat verfolgt, allerdings gibt es häufig nur die deutsche und nicht die Originalfassung.