hitchBOT: Ein Roboter auf Reisen

von Portrait von Andreas Broede Andreas Broede
Veröffentlicht am 28. Juli 2014

Per Anhalter durch Kanada - das wäre für viele Menschen ein Traum. Und offenbar nicht nur für die: Ein kleiner Roboter aus Port Credit, Ontario, bekommt ihn nun erfüllt. Und hitchBOT lässt alle Menschen an seinen Abenteuern als Anhalter teilhaben. Bei den sozialen Netzwerken kann man die Roboter-Reise in Text und Bild mitverfolgen. Und dort hat er bereits viele neue Freunde gefunden, fast 10.000 Nutzer mögen den kleinen Kerl auf Facebook, bei Twitter folgen ihm schon mehr als 10.000 Menschen und bei Instagram über 3.000 Menschen - und das ist ganz wörtlich zu nehmen, denn über GPS und Mobilfunkverbindung gibt hitchBOT seinen aktuellen Standort über die sozialen Medien weiter.

hitchBOT: Ein Roboter auf Reisen

Nicht nur online hat hitchBOT viele Freunde, auch offline ist er auf sie angewiesen. Alleine fortbewegen kann der kleine Kerl, der ungefähr so groß ist wie ein sechsjähriges Kind, sich mit seinen Gliedmaßen aus Schwimmbadnudeln nämlich nicht. Deshalb ist er auf die Hilfe von netten Menschen angewiesen, die ihn ein Stück weit im Auto mitnehmen. Mit seinem schönen Schalensitz-Hintern hat er ausreichend Sitzfleisch auch für längere Strecken. Mit seinen Mitfahrern kann er sich auf der Fahrt unterhalten. Damit ihm die Themen nicht ausgehen, hat er eine Wikipedia-Schnittstelle an Bord. Damit wird es bestimmt nicht langweilig mit dem kleinen Kerl. Nicht nur Englisch, sondern sogar ein paar Brocken Französisch kann Hitchbot, schließlich ist Kanada ja auch frankofon. Von seinen Helfern kann hitchBOT anschließend Erinnerungsfotos machen, denn er ist natürlich auch mit einer Kamera für seine große Reise ausgerüstet.

Aber die Tour dient natürlich nicht nur der Entspannung, schließlich macht hitchBOT den 6.000-Kilometer-Trip quer durch das zweitgrößte Land der Welt ja im Auftrag der Wissenschaft. "Normalerweise sind wir besorgt, ob wir uns auf Roboter verlassen können. Dieses Projekt geht der Frage nach: Können Roboter den Menschen vertrauen?", so die Wissenschaftlerin Frauke Zeller, die sich Monate lang gemeinsam mit ihrem Kollegen David Harris Smith und einem Forscherteam auf den Tag der Abreise vorbereitet hat.

Am Sonntag war es dann endlich so weit. In Halifax, Nova Scotia, ging es los. Mit seinem bezaubernden LED-Lächeln fand hitchBOT auch gleich ein hilfsbereites Paar, das den reisenden Roboter Richtung New Brunswick mitnahm. Doch bis zu seinem Zielort Victoria, der Hauptstadt der Provinz British Columbia, ist es noch ein langer Weg... Wir wünschen weiterhin eine gute Reise!

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