- (c) einstellungstest-polizei-zoll.de/pixelio.de © einstellungstest-polizei-zoll.de/pixelio.de

Vorsicht! - Gefährlicher Fitnesswahn auf Instagram

von Portrait von Hannah Zollhöfer Hannah Zollhöfer
Veröffentlicht am 20. Februar 2015

Immer mehr Instagram-User brüsten sich mit unzähligen Bildern von trainierten Körpern und kalorienarmen Mahlzeiten. Darunter finden sich passende Hashtags, wie #skinny, #strong oder #lowcarb. Während Bilder von definierten Bauchmuskeln schlimmstenfalls Neid hervorrufen, können Bilder von herausstehen Rippen und Hüftknochen schon weitaus schlimmere Folgen haben. Aber ab welchem Punkt wird der gesunde Lebensstil zur gefährlichen Sport-und Diätsucht?

Dieser Fitness- und Schlankheitswahn kann unter Umständen gravierende Folgen für die Psyche haben, was sich oft in Essstörungen beispielsweise äußert. Viele User erwecken den Eindruck, dass ein Leben ohne Sixpack keinen Wert hat und ermutigen sich gegenseitig noch schlanker, noch fitter, noch muskulöser zu werden. Am besten mit weniger als 7 % Körperfett. Die Wertschätzung von Sport und gesunder Ernährung ist grundsätzlich eine gute Sache, nur prägt die exzessive Zurschaustellung auf Instagram oft das Bild was noch normal, und ab wann der Hang zu Fitness und Diät zwanghaft wird. Ein Bild von einer Mandarine und einem Glas Wasser mit dem Hashtag #dinner kann vor allem jüngeren Followern eine fragwürdige Einstellung zu gesundem Lebensstil vermitteln. Fitness-Apps ermöglichen es jede sportliche Aktivität bis ins kleinste Detail aufzuzeichnen und verleiten User dazu sich in sozialen Netzwerken ununterbrochen zu vergleichen. Ein kleiner Konkurrenzkampf zur Motivationssteigerung kann nicht schaden aber der aus permanenten Vergleichen resultierende Gedanke „Ich bin nicht fit genug, schnell genug, dünn genug“ ist nicht gut fürs Selbstbewusstsein, da solche Gedanken die Selbstwahrnehmung allzu oft negativer erscheinen lässt als sie ist.

chocolat01/pixelio.dechocolat01/pixelio.de

Als beruhigendes Gegenargument kann an dieser Stelle jedoch angebracht werden, dass der Hashtag #cheatday, an dem sich Fitness-Sportler mit sonst verbotenen Leckereien verwöhnen, mit Bildern von Schokolade und Burgern wahrscheinlich mindestens genauso beliebt ist wie der Fitnesstudio-Selfie.

Letztlich ist es so: Solange die Fitnessbilder und Hashtags andere motivieren den inneren Schweinehund ebenfalls zu überwinden und was für einen gesunden Körper tun zu wollen ist der Fitnesstrend ohne Zweifel eine gute Entwicklung aber Vorsicht, denn wie bei so vielem gilt: Auf die Dosis kommt es an! Bei zwanghaftem Fitnesswahn und endlosen Diäten besteht Gefahr eine Essstörung zu entwickeln und das Selbstwertgefühl zu verlieren. Also lasst euch trotz Fitness nicht den Spaß am Sport und Essen nehmen!