Konzert Review: The Black Angels aus Austin im Kölner Luxor

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 11. September 2013

„I hear colors running through my mind“ - ganz im Sinne der Psychedelic Tradition performten gestern Abend The Black Angels aus Austin Texas im Kölner Luxor ein eineinhalb Stündiges Konzert für Tagträumer. Vor einem größtenteils männlichen Publikum mit Vollbärten und Lederjacken ließen die Black Angels die Gitarren surren, während Sänger Alex Maas mit geschlossenen Augen das Mikrofon liebkoste.

Seit 2004 machen die Texaner gemeinsam Musik, die Ende der 60er Jahre den Höhepunkt ihrer Popularität hatte. Anders als zu erwarten, hat die Band um Christian Bland, Alex Maas, Stephanie Bailey und Kyle Hunt ihren Ursprung in Texas und nicht in der 'psychedelischen Metropole' der Westküste der USA: San Francisco. Dort hatten sich Jefferson Airplane im Jahr 1965 gegründet und der sozialen und kulturellen Revolution in einer Kompilation mit anderen Bands wie The Grateful Dead einen Soundtrack gegeben.

Heute ist allerdings Austin Texas das Mekka des modernen Psychedelic Rock. Das jährliche Psych Fest, auf dem The Black Angels immer zu den Headlinern gehören, zieht Fans dieser Sinn-übergreifenden Musikrichtung aus der ganzen Welt an.
Die Show im Luxor bewies, dass bei den Black Angels die Musik im Vordergrund steht.  Gesprochen wurde kaum etwas, bis auf eine kurze Begrüßung zu Beginn des Konzerts und ein „Thank you“ am Ende blieb jegliche direkte Kommunikation mit dem Publikum aus. Kein Schnick-Schnack, nicht einmal ein Lächeln kam der ernsten Band, die ihren Namen an Velvet Underground's Song „The Black Angel's Death Song“ angelehnt haben, über die Lippen.

Das Konzert enthielt sowohl alte als auch viele Songs des neuesten vierten Studioalbums „Indigo Meadow“ und nahm während der Show an Fahrt auf. Lieder wie „I hear Colors (Chromaesthesia)“ entlockten dem apathisch hin und her wippendem Publikum auch schnellere Bewegungen. Die Bühnen Show bestand aus sich bewegenden, ineinander fließenden Lichtern und Formen, die auf die hintere Wand und die Band gleichzeitig projiziert wurde. Etwas zu viel Nebel nahm jedoch leider teilweise komplett die Sicht auf die Band.

Keine Frage die Black Angels sind allesamt großartige Musiker. Leider hat das Luxor, das oft kurz vor dem Durchbruch stehenden Bands eine Bühne gibt und dadurch Kultstatus erreicht hat, dem Sound so einiges an seiner Faszination genommen. Gerade bei psychedelischer Musik sind die unterschiedlichen Instrumente, Rhythmen und Klänge, die aus verschiedenen Richtungen zu kommen scheinen und so gemeinsam mit visuellen Impressionen ein neuartiges Raumgefühl schaffen, besonders wichtig. Leider war der Sound gestern Abend teils übersteuert und verzerrt. Gerade Songs mit viel Soundvolumen wurden zu einem lauten Einheitsbrei, in dem der mystische Gesang Alex Maas unterging.

Trotzdem schaffte es die Band das Publikum die richtigen Vibes spüren zu lassen und mit einem befriedigtem Gefühl und einem Ringen in den Ohren nach Hause zu gehen. Falls ihr die Chance habt, solltet ihr auf jeden Fall einmal diesem psychedelischen Erlebnis beiwohnen, nach Möglichkeit aber lieber nicht im Luxor, sondern einem Club mit hoher Soundqualität, ist doch der Sound eigentlich das was die Black Angels so außergewöhnlich macht.