Listener - "Time is a Machine": Wort liebt Schlagzeug liebt Gitarre liebt Bass

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 2. August 2013

Listener aus Arkansas müssen angehört werden. Ein erregter Dan Smith (Vocals und Bass) schreit seine Worte im 'Free Verse' begleitet von Gitarre (Christin Nelson) und Schlagzeug (Kris Rochelle) in den Raum oder das Ohr seiner Listeners. Heute erscheint ihre dritte Platte „Time is a Machine“ auf Tangled Talk Records, ihr könnt sie euch aber auch auf ihrer offiziellen Webseite anhören.

„You are all alone, I am all alone, we are all alone together.“ Melancholische Verse, die sich nicht wirklich reimen – ein Revival der Beat-Generation? Neben Beatnik Jack Kerouac mit „On the Road“ ist vor allem Allen Ginsberg in den 50er Jahren, mit seinem dreiteiligen Gedicht „Howl“ berühmt geworden. Er wiederum hat sich den freien Vers, lange Sätze ohne Reim, in Gedichtform aufgeschrieben und vorgetragen, bei seinem Vorbild Walt Whitman abgeschaut. Ginsberg fühlte seine Worte genauso intensiv, wie Dan Smith, von Listeners, seine Lyrics interpretiert.

Neu ist es also nicht, Gedichte in Begleitung von Musik vorzutragen. Patti Smith hat so auch ihre ersten Songs geschrieben. Die Stücke von Listener erinnern an gesprochene Passagen, der Band mit dem längsten Namen, And You Will Know Us By The Trail Of Dead oder an die leicht hysterische Stimme Conor Obersts von Bright Eyes.

Listener - "Time is a Machine": Wort liebt Schlagzeug liebt Gitarre liebt Bass

Trotzdem erstaunt Listener die Zuhörer, schließlich ist man es heutzutage nicht gewöhnt keinen melodischen Gesang, nicht mal im Refrain, zu hören. Je länger man sich dem neuen Album „Time is a Machine“ widmet, desto tiefer gerät man hinein in den Strudel von Dans Emotionen, der wie in Trance hin und her wippend seine Gedanken aus sich raus speit, fast wie um schlechte Energie loszuwerden. Musikalisch abwechslungsreich switchen die Listeners von energischen lauten Songs wie "I think it's called survival" zu sich langsam aufbauenden ruhigeren Stücken wie "It will all happen the way it should". Irgendwann fragt man sich, wieso andere Bands überhaupt singen. 'Spoken Word' passt doch auch so gut zu Schlagzeug, Bass, Gitarre (und manchmal Trompete)!

Im August könnt ihr Listener in Hamburg, Aachen, Dortmund, Stuttgart, Frankfurt, Berlin, Dresden und Trier sehen.