Wagenhalle Stuttgart - (c) Alexander Kappen © Alexander Kappen

Stuttgarter Wagenhallen: Künstler Pablo Wendel

von Portrait von Alexander Kappen Alexander Kappen
Veröffentlicht am 21. Mai 2015

Pablo Wendel will den Strom-Markt verändern. Und auch den Kunstbegriff. Nicht mehr „brotlose“ Arbeit sondern im Alltag nützliche Aktion soll die moderne Kunst sein. Pablo ist einer von 80 Künstlern, die in den stillgelegten Industriegebäuden - den Wagenhallen - am Stuttgarter Nordbahnhof werkeln.

Er hat den Begriff „Kunststrom“ geprägt. „Was ist das?“ wird sich der eine oder andere fragen. Zunächst einmal handelt es sich um ganz gewöhnliche Formen der Stromerzeugung, zum Beispiel per Windrad oder Solar. Natürlich eine ökologische Art der Stromerzeugung. Aber dann kommt der Kunstbegriff ins Spiel: Pablo zerlegt mit seinem Team aussortierte Strommasten in Einzelteile und bemalt diese bunt, dann bestückt er dieses Kunstwerk mit Solarzellen, die mithilfe der Sonne Strom erzeugen. Wer sind die Abnehmer dafür? Zunächst einmal Privatpersonen, die die Kunststromskulpturen für 8 Euro im Monat leasen können. Aber auch Firmen aus ganz Deutschland leisten sich eine gute Tat und haben die Kunstwerke auf ihrer Dachterasse stehen. „Die Nachfrage wird derzeit immer größer“, freut sich Pablo über die Kunststromwelle.

Seine Firma „Performance Electrics“ gibt es seit drei Jahren. Gemeinsam mit anderen Kunstudenten der Hochschule Stuttgart hat er sie gegründet und hat in seinem Team neben anderen Künstlern auch einige Mechaniker, die mithilfe einer Flex auf dem Hof der Wagenhallen die Strommasten und Mülltonnen etc. zurechtschneiden. Auch werbewirksame Aktionen macht die Firma, indem die „Varta-Bande“ in die Königstraße ausschwärmt um dort bei Firmen Strom abzuzapfen sozusagen als Spende für die soziale Aktion des Kunststroms. Mehr Infos im Netz unter www.performance-electrics.com