Robert Häusser tot: Trauer um den 'Nobelpreisträger der Fotografie'

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 6. August 2013

Rober Häusser, der Fotograf der Schwarzweiß-Fotografie, ist mit 88 Jahren gestorben. Nach einer schwierigen Kindheit in der Nazi-Zeit, Militärdienst und Haft konnte er sich mit seiner melancholisch-grafischen Schwarzweiß-Fotografie einen Namen machen. Seine Bilder sind ruhige, fast ewig scheinende, Szenarien, in denen die Zeit still zu stehen scheint. Oft rufen sie ein Gefühl von Einsamkeit hervor und erinnern an die stark atmosphärischen Werke des amerikanischen Malers Edward Hopper. Jetzt stellen die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim eine Auswahl seiner Werke in der Ausstellung "Robert Häusser - Im Auftrag... Fotografien aus Handwerk und Industrie" aus.

1924 wurde er in Stuttgart geboren, nach dem Krieg lebte er auf dem Hof seiner Eltern im ostdeutschen Brandenburg, floh 1952 aber in den Westen nach Mannheim um Druck der sozialistischen Behörden zu entgehen und kreativ uneingeschränkter zu sein, wo er sich langfristig niederließ. Schon in jungen Jahren bildete er seine eigene Formsprache und ließ sich nicht von Trends beeinflussen. So wurde er zu einem der gefeiertesten modernen deutschen Fotografen. Ein Titan mit eigenem Kopf, so weigerte er sich auf digitale Fotografie umzusteigen.

Er gewann zahlreiche wichtige Preise, unter anderen die Goldmedaille der „Biennale Internazionale“ in Venedig im Jahr 1961 und den „Internationalen Preis für Fotografie“ 1995 der schwedischen Erna und Victor Hasselblad Foundation, auch bekannt als der 'Nobelpreis der Fotografie'.