NS-Raubkunst: Museum Ludwig Köln gibt Kokoschka-Gemälde zurück

von Portrait von Bettina Pielka Bettina Pielka
Veröffentlicht am 18. Juni 2013

Das Kölner Museum Ludwig gibt das Kunstwerk „Portrait der Tilla Durieux“ des Künstlers Oskar Kokoschka an die Erben des jüdischen Kunsthändlers Alfred Flechtheim zurück - auf Empfehlung der beratenden Kommission zur NS-Raubkunst. Seit 2008 beanspruchen die Erben Flechtheims die Rückgabe des Bildes, ein Rückkauf hatten diese abgelehnt. Nun folgt also das Ende eines jahrelangen Raubkunst-Streiks.

Das Gemälde war 1934, nach Flechtheims Flucht, von Kunstsammler Josef Haubrich erworben und an die Stadt Köln verschenkt worden. Die Geschichte des Bildes ist nicht ganz lückenlos, da nicht geklärt werden kann, wieso Flechtheim das Bild verkauft hatte. War er gezwungen das Bild aufgrund der Verfolgung durch die NS abzugeben, habe er damit Schulden decken wollen oder handelt es sich um einen einfachen Kriegsverlust. Nichts lässt sich zweifellos belegen.

Der Wert des Bildes wird auf rund drei Millionen Euro geschätzt. Ein großer Verlust für das Kölner Museum. Das Gemälde hatte seit der Gründung des Museums Mitte der 70er Jahre zur Dauerausstellung des Hauses gehört. Der Direktor des Museums Ludwig bedauere den Verlust sehr, wie der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt.