Burning Man Festival 2013 in Black Rock Desert (und der Nubbel?)

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 4. September 2013

Das Burning Man Festival 2013 in Black Rock Desert in Nevada ist vorbei. Der Mann ist abgebrannt und die Bewohner der Black Rock City sind mit Sack und Pack abgereist. Es war wieder ein bunt glitzerndes expressionistisches Fest freier Seelen. Dieses Jahr trafen sich um die 68.000 Selbstdarsteller auf dem 'Playa' in der Wüste Nevadas.

Kunst, Gemeinschaft, Musik und Spaß steht im Vordergrund beim Riesen-Spielplatz Burning Man. Das 1986 erstmalige Verbrennen eines hölzernen Mannes war damals von Larry Harvey und Jerry James zur Ehre der Sommersonnenwende initiiert. Damals fand das eher private Event mit nunmehr zwanzig Teilnehmern noch am Baker Beach in San Francisco statt. Es wurde seitdem jährlich wiederholt.

1991 wurde die Black Rock Wüste in Nevada das Zuhause der Burning Man Community, die Teilnehmerzahl steigt kontinuierlich Jahr pro Jahr an. Waren es 1991 250 Mitwirkende, 2000 bereits 25.400, sind es in diesem Jahr beinahe 70.000 Menschen gewesen. Wie Ameisen zum Honigtopf kommen sie aus der ganzen Welt angereist, mit Wohnwägen, Trucks oder Kombis. Fahrräder oder andere Fortbewegungsmittel sind auch erwünscht, da immer große Distanzen auf dem riesigen Gelände zurückgelegt werden müssen. Ein Wohnwagen ist zu empfehlen, da es in der Wüste nicht nur ums Feiern sondern auch ums Überleben geht, je mehr man an lebenswichtigen Dingen mitnehmen kann desto besser. Außerdem halten befestigte Herbergen den Wüstenstürmen eher stand als einfach Zelte.

Alles bei Burning Man wird zu Kunst. Es gibt Performances, zahllose Kunst-Installationen, leuchtende Kostüme und faszinierende Mutant-Vehicles. Diese mutierten Fahrzeuge sind ebenfalls eine Kunst-Installation, die allerdings auch als Transportmittel genutzt werden kann. Jedes Jahr aufs Neue lassen sich die Teilnehmer inspirierende Ideen einfallen.

Wer die Woche im August einmal miterlebt hat, kommt verändert zurück. Die Menschen sprechen von einer riesigen Familie, die zusammen feiert, über die Wunder der Welt staunt, sich hilft und gegenseitig mit Energie auflädt. Am Abend vor dem Labor Day wird der zwölf Meter hohe Holzmann feierlich abgebrannt.

Das kommt euch bekannt vor? Habt ihr schon einmal den Nubbel verbrannt? Diese Kölsche Tradition nach Karneval vor Aschermittwoch ist quasi die kleine Version des Burning Man. Nur dass man sich in Köln im Februar wärmer anziehen muss und keine eigene Zivilisation erschafft. Wer weiß, vielleicht sind Kölner die perfekten Kandidaten fürs nächste Mal in der Black Rock Wüste!