55. Kunstbiennale in Venedig 2013: Deutschland mit internationaler Künstlerliste

von Portrait von Karoline Sielski Karoline Sielski
Veröffentlicht am 31. Mai 2013

Die 55. Biennale di Venezia öffnet ihre Pforten vom 1. Juni bis 24. November für alle Zuschauer. Dabei hat Kuratorin Susanne Gaensheimer, die zum zweiten Mal die deutsche Präsentation auf der Kunstausstellung plante, freie Hand und nutzte sie für eine Internationalisierungskampagne. Die Künstlerliste im deutschen Pavillon besteht nun aus Ai Weiei aus China, Dayanita Singh aus Indien, Romuald Karmakar aus Deutschland mit französischem Pass und Santu Mofokeng aus Südafrika. Zusätzlich zeigt der Berliner Künstler Thomas Zipp eine Einzelschau im Palazzo Rossini.

Was zeigen die Künstler auf der Biennale in Venedig?

Der deutsche Beitrag auf der renommierten Kunstausstellung besteht u.a. aus dem Werk "Bang" des Regimekritikers Ai Weiwei, der eine Installation aus tausend chinesischen Holzhockern konzipierte, sowie Santu Mofokengs Fotografien von afrikanischen heiligen Höhlen und die zerstörerischen Auswirkungen von globalen Konzernen auf natürliche Landflächen. Dayanita Singh zeichnet zudem mit schwarz-weiß Aufnahmen von geheimen Treffen religiöser Gemeinschaften in ihrem Land ein ganz eigenes Indienportrait, während Karmakar eine NPD-Demo zum 60. Jahrestag des Kriegsendes dokumentarisch auseinandernimmt, sowie die Attentäter des 11. September thematisiert. Deutschland möchte sich damit weltoffener als je zuvor und sich politisch auf internationalem Bankett bewegend auf der Kunstschau zeigen. Vielfalt ist das Stichwort, denn so sieht die Kuratorin die Kunst in diesem vielschichtigen Land.

Der Berliner Thomas Zipp hat Exzentrisches im Sinn: Die Hysterie. In acht Themenbereiche wie Behandlungszimmer und Toberaum aufgeteilt beleuchtet der Künstler auf mehreren geistigen Ebene ein eigenwilliges Thema. Sein Selbstportrait, seine persönliche Spaltung, inszeniert Zipp perfekt. Hohle Wangen, starrer Blick - ein grauenvoller Anblick. Diese Spaltung bringt wieder das Thema Vielfalt mit sich. Was ist schon typisch? Denn auch die deutsche Identität, politisch und in der Kunst, ist nicht einseitig, will Gaensheimer betonen. Diese Blickrichtung lohnt es sich, in Betracht zu nehmen.

Wer sich davon und von den Werken der anderen Länderbeiträge selbst ein Bild machen will - die Biennale in Venedig hat gerade erst begonnen.